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Im vergangenen Jahr hat sich einiges getan bei Greenbone: Wir haben unser Portfolio um virtuelle Maschinen ergänzt und sind neue Distributionspartnerschaften eingegangen, die uns unter anderem Nord-Amerika erschließen. In diesem Rahmen haben wir auch unsere Teams deutlich ausgebaut und suchen weiterhin nach Verstärkung. Aktuell bereiten wir den Start unserer ersten Cloud-basierten Managed Service Plattform vor. Unternehmen können unsere Technologie nun – je nach Bedarf und Anforderungen – einsetzen, als Service, als virtuelle und als physische Appliance. Unser Ziel, das wir dabei stets vor Augen haben: Angreifern immer einen Schritt voraus sein und Unternehmen aller Größen mithilfe eines effektiven Resilience & Vulnerability Managements (RVM) widerstandsfähig gegen Cyber-Attacken machen.

Der heutige Stand der Technik heißt für Unternehmen, dass sie resilient gegen Cyber-Attacken sein müssen, also auch im Falle eines erfolgreichen Angriffs betriebsfähig bleiben. Betriebsunterbrechungen und Cyber-Attacken gehören heute zu den größten Geschäftsrisiken, die ein Betrieb handhaben muss. Ein effektives Resilience & Vulnerability Management hilft da grundlegend. Um Unternehmen widerstandsfähig zu machen, bietet unsere Technologie die Einstufung der Gefahren aber auch des Aufwandes zu deren Beseitigung. Zum einen wird dabei das gesamte Netzwerk eines Unternehmens kontinuierlich auf Schwachstellen und mögliche Angriffspunkte gescannt, zum anderen werden die digitalen Risiken für kritische Geschäftsprozessen und den dazugehörigen Assets visualisiert. Durch die hochgradige Automatisierung und maximale Scan-Tiefe und -Breite etablieren wir nachhaltige Widerstandsfähigkeit.
Über den Vorteil sind sich die Unternehmen einig. Unterschiedliche Meinung herrscht jedoch darüber wie die Technologie in die eigene IT-Umgebung integriert wird. Mit Recht, denn jedes Unternehmen bringt eigene Kompetenzen und Präferenzen mit und muss Richtlinien, oft Branchen-abhängig, erfüllen.

Ergänzt durch die neuen Cloud-basierten Dienste und zusammen mit unseren bekannten physischen und virtuellen Appliances bieten wir flexible Lösungsarchitekturen für unsere Kunden, immer passend zu den jeweiligen Anforderungen.

Auch unsere Verantwortung für die Community und für die digitale Gesellschaft nehmen wir weiterhin war. Als Corporate Citizen werden wir auch in Zukunft die eigene Technologie als transparente, offene Lösung bereitstellen. Gerade die kritischen Infrastrukturen werden auch weiterhin ein wichtiger Fokus unserer Sicherheitsforschung sein. Wir haben mit unseren Sicherheitsberichten im letzten Jahr Hunderten von Gesundheitseinrichtungen geholfen und so Millionen von Patientendaten geschützt. Diesen Weg wollen wir weiter gehen, um für unsere Kunden die digitale Welt immer sicherer zu machen.

Enorme Nachfrage: Vulnerability Management als Service und als virtuelle Anwendung

Seit vielen Wochen befinden wir uns schon in der Beta-Testphase für unsere neue Greenbone Managed Service Platform. Mit ihr stellen wir Kunden unsere bewährte Vulnerability-Management-Lösung ab April auch als Cloud-Service zur Verfügung, den sie gegen eine monatliche Gebühr nutzen können. Nicht zuletzt kleinere Betriebe wie etwa lokale Arztpraxen können so auch ohne Inhouse-Expertise einfach und schnell ihre Netzwerke schützen. Für globale Konzerne sind Managed Services eine interessante Option, um neue Standorte ohne großen Aufwand mit einem effektiven Schwachstellenmanagement auszustatten. Für die Entwicklung haben wir eigens ein zusätzliches Experten-Team gewinnen können, das mit viel Umsicht konfiguriert und – wie immer – ein besonderes Augenmerk auf einen sicheren Datenaustausch legt.
Seit Mitte 2019 sind unsere virtuellen Midrange-Appliances des Greenbone Security Manager verfügbar. Wir haben dadurch den Umsatzanteil virtueller Lösungen 2019 gegenüber 2018 beinahe verzehnfacht. Die größte Kontrolle über die Sicherheitsdaten hat man zwar weiterhin mit den physischen Appliances, jedoch ist das Vertrauen in Virtualisierungs-Lösungen mit deren fortgeschrittenen Entwicklung deutlich gewachsen. „Diese architekturübergreifende Flexibilität hilft unseren Kunden, gezielt und effizient die eigenen Anforderungen an eine Resilience & Vulnerability Management Lösung erfüllen zu können“, so Dr. Jan-Oliver Wagner, CEO Greenbone Networks.

Neue Distributoren unterstützen Wachstum international

Dass der Schritt hin zu Virtual Appliances logisch und richtig war, zeigt uns das enorme Kundeninteresse. Mit unseren virtuellen Maschinen haben wir sozusagen offene Türen eingerannt – die Nachfrage ist riesig. Um ihr gerecht zu werden, haben wir 2019 eine strategische Partnerschaft mit dem Value-Added Distributor (VAD) ADN geschlossen. Sie ergänzt unsere langjährige Zusammenarbeit mit Exclusive Networks, die als Distributoren auf physische Systeme spezialisiert sind. Im DACH-Raum sind wir jetzt also mit starken Distributionspartner sowohl für unsere physischen als auch unsere virtuellen Systeme aufgestellt.
Daneben expandieren wir auch immer weiter in den englischsprachigen Raum. Über unsere neu gewonnen Distributor InfoSec Industries mit Sitz in Florida habe wir einen Partner, der insbesondere den nordamerikanischen Markt adressiert aber auch Mittel- und Südamerika unterstützt.

Neue Kollegen und ein größeres Headquarter

Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage mussten wir natürlich auch personell nachlegen. So haben wir das Greenbone-Team im vergangenen Jahr um 21 neue Kollegen erweitert. Das kam vor allem der Entwicklung und unserem Professional Service zu gute. Mit Elmar Geese als Chief Operating Officer (COO) haben wir einen fähigen Kopf mit starkem unternehmerischen Background für uns gewonnen, der uns in den Bereichen Strategie, Prozessoptimierung und Controlling unterstützt.
Um das stark gewachsene Team auch räumlich unterzubringen, haben wir unser Osnabrücker Headquarter nochmal deutlich vergrößert.

Fazit: Cyber-Sicherheit der Kunden im Fokus und mehr Kunden im Fokus

Cyber-Angriffe können fatale Auswirkungen haben. Unser Anliegen ist es, Unternehmen aller Größen – von der lokalen Arztpraxis bis zum internationalen Konzern – ein effektives Schwachstellen-Management zur Verfügung zu stellen, das sich ohne viel Aufwand in Betrieb nehmen lässt. Die enorme internationale Nachfrage nach unseren virtuellen Maschinen und das – schon jetzt große – Interesse an unserer neuen Managed-Service-Plattform zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auch in Zukunft werden wir alles daran setzen, Angreifern immer eine Nasenlänge voraus zu sein.

Osnabrück, 27. Februar 2020 – Greenbone, Lösungsanbieter zur Schwachstellenanalyse von IT-Netzwerken, verstärkt mit Elmar Geese als Chief Operating Officer (COO) das Management. Geese ist seit Anfang 2020 bei Greenbone tätig und kümmert sich seitdem vor allem um Strategie, Prozessoptimierung und Controlling. Die Position wurde neu geschaffen, um das anhaltend starke Wachstum von Greenbone auch auf Management-Ebene weiter zu unterstützen.

Elmar Geese ist seit Anfang 2020 Teil des Management-Teams von Greenbone. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt auf Strategie, Prozessoptimierung und Controlling. In seinem Schaffen will er den Mehrwert der Greenbone-Produkte für die Kunden noch wirksamer werden lassen. „Greenbone hat mit seinen Lösungen für intelligentes Schwachstellen-Management das Potenzial, sich von einem europäischen Marktführer zum internationalen Player zu entwickeln“, so Geese. „Die Sicherheit von Informationssystemen ist für Unternehmen und unsere moderne Gesellschaft elementar. Das zeigen die vielen Sicherheitsvorfälle, von denen wir mittlerweile täglich erfahren. Greenbone leistet einen entscheidenden Beitrag, unsere Welt sicherer zu machen. Ich freue mich darauf, mich hier entscheidend einbringen zu dürfen.“

Jan-Oliver Wagner, Greenbone Gründer und CEO, ergänzt: „Greenbone wächst kontinuierlich. Aktuell arbeiten wir daran, unsere Schwachstellen-Management-Lösung auch als Managed Service zur Verfügung zu stellen. Davon profitieren vor allem Unternehmen, die Inhouse nicht die personellen oder zeitlichen Kapazitäten für eine umfassende Schwachstellen-Analyse mit Hardware-Modulen haben. Mit Elmar Geese haben wir einen fähigen Kopf mit starkem unternehmerischen Background für uns gewonnen, der uns im Management unterstützt. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und sind zuversichtlich, dass wir mit ihm an Bord die Aufgaben, die ein schnelles Unternehmenswachstum mit sich bringt, mit Leichtigkeit bewältigen.“

Elmar Geese blickt auf eine langjährige Management-Erfahrung zurück. Er ist seit mehr als drei Jahrzehnten als Gründer, Manager und Berater im Bereich Informationstechnologie tätig. Zuletzt war er als CIO beim Berliner Gesundheits-Startup machtfit für deren SaaS-Plattform für betriebliches Gesundheitsmanagement verantwortlich. Dort hat er als Leiter der Produktentwicklung und -betriebs dazu beigetragen, Kunden wie die Bayer AG, die Deutsche Bahn, Lufthansa, Edeka und Lanxess dauerhaft für das Unternehmen zu gewinnen

Neue OS-Versionen werden jeweils zum 30. April und 31. Oktober veröffentlicht

2019 werden wir auf ein neues Release-Schema für Greenbone OS – dem Betriebssystem unserer Greenbone Security Manager (GSM) – umsteigen. Das bedeutet: Zukünftig gibt es feste Veröffentlichungstermine, die jedes Jahr gleich bleiben. Das gibt nicht nur unseren Kunden und Partnern, sondern auch dem Greenbone-Entwicklungsteam selbst mehr Planungssicherheit.

Die neuen fixen Termine sind jedes Jahr der 30. April und der 31. Oktober. Im Übergangsjahr 2019 veröffentlichen wir das als nächstes anstehende GOS 5.0 noch in der zweistufigen Aufteilung für ENTRY/SME (30. April) und MIDRANGE/ENTERPRISE/SENSOR (30. Juni). Das GOS 6.0 wir dann bereits gemäß dem neuen Schema in einem einzigen Schritt für alle GSM-Geräte freigegeben. Ab 2020 gilt das neue Time-Based-Release-System in vollem Umfang.

Das Schema basiert auf harten Fristen für neue Funktionen, neue GSM-Typen und neue Hardware. Wenn ein Feature es nicht zu einem Veröffentlichungstermin schafft, wird es für das Folge-Release berücksichtigt.

Ausgereifte Systeme durch einmonatige Testphase in der Greenbone-Community

Zudem durchläuft unser GVM für jedes GOS Release eine einmonatige Testphase: Vor dem Release am 30. April beziehungsweise 31. Oktober wird die jeweils aktuelle Source Edition im GVM Release der Greenbone-Community bereitgestellt. Eventuelle Bugs lassen sich so eliminieren, bevor unsere Kunden und Partner das neue GOS in Betrieb nehmen.

Ein weiterer Vorteil der neuen Time-Based Releases: Der Zyklus von zwei neuen Hauptversionen pro Jahr erhöht das Tempo, mit dem Innovationen zu unseren Anwendern gelangen. Zudem können User schneller auf neue GOS-Versionen aufspringen: Zum einen alle sechs Monate zu den offiziellen Release-Terminen (Innovation Cycle). Zum anderen alle 12 Monate während einer dreimonatigen Migrationsphase, in der sie dann eine GOS-Generation überspringen können – diese sind jeweils Mai/Juni/Juli oder November/Dezember/Januar (Conservative Cycle).

Schwerwiegende Sicherheitslücke in D-Link-Routern entdeckt

UPDATE: Patch für Anwender verfügbar, D-Link Support-Seiten aktualisiert

Bereits im November 2018 hat Greenbone eine schwerwiegende Sicherheitslücke in Routern von D-Link entdeckt und das Unternehmen darauf aufmerksam gemacht. Die Schwachstelle ist für Hacker einfach auszunutzen und ermöglicht unautorisierten Zugriff auf Netzwerke. Seit dem 19. März 2019 ist auf den Support-Seiten des Herstellers ein Patch verfügbar. Greenbone bietet seinen Kunden jedoch bereits seit Ende letzten Jahres einen entsprechenden Schwachstellentest (Vulnerability Tests, VT) im täglichen Security Feed.

Router sind die zentralen Dreh- und Angelpunkte in Netzwerken. Sie stellen die Internetverbindung für die angeschlossenen Laptops und PCs aber auch für Smart-Home- und Industrie-4.0-Anwendungen her. Doch trotzdem hier so viele Komponenten eines Netzwerks zusammenlaufen, ist es um die Sicherheit oftmals nicht gut bestellt. Im vergangenen Jahr fanden Forscher des American Consumer Institute bei 83 Prozent der innerhalb einer Studie untersuchten Routern bereits bekannte Sicherheitslücken. Über diese können sich Hacker unter Umständen Zugriff zum Gerät selbst und damit auch zum Netzwerk verschaffen. Insgesamt zählten die Forscher mehr als 30.000 Schwachstellen – 7 Prozent davon bergen ein kritisches und 21 Prozent ein hohes Risiko.

Designfehler macht die Modelle DWR und DAP angreifbar

Zu den bereits bekannten Schwachstellen in Routern kommen auch immer wieder neue hinzu. So haben unsere Sicherheitsforscher bei Greenbone im November 2018 eine schwerwiegende Sicherheitslücke in verschiedenen Routern des Herstellers D-Link gefunden. Betroffen sind mindestens die Modelle DWR und DAP. Auf Englisch würde man die Schwachstelle als „Unauthenticated Remote Code Execution“ bezeichnen, also eine Sicherheitslücke, bei der ein Angreifer ohne jegliche Authentifizierung Befehle auf dem Router ausführen kann. Im Fall der D-Link-Router kann sich ein Hacker sogar die vollen administrativen Rechte verschaffen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das NIST (National Institute of Standards and Technology) die höchstmögliche CVSS-Wertung (Common Vulnerability Scoring System) von 10.0 vergeben wird. 

Die Ursache ist vermutlich ein Design-Fehler. Bei den von uns getesteten Geräten fanden wir eine ausführbare Datei namens „EXCU_SHELL“, die sich mit einem sogenannten GET-Request aus dem Web-Browser aufrufen lässt. Diese ist für einige harmlose aber sinnvolle Operationen zuständig, wie zum Beispiel das Anzeigen von Informationen über die installierte Firmware-Version. Wenn man jedoch einige Parameter dieser Datei anpasst, lassen sich beliebige Befehle einschleusen und ausführen.

Zugriff auf Router ohne Authentifizierung möglich

Die Tragweite der gefundenen Sicherheitslücke ist gemäß der Marktpräsenz von D-Link hoch: Das Unternehmen ist einer der Top-Player auf dem globalen Wireless-Router-Markt und war 2017 mit einem Anteil von 24,1 Prozent Marktführer.

Darüber hinaus ist der Schweregrad der Lücke laut dem CVSS-Basis-Score-Rechner hoch und die Lücke relativ leicht auszunutzen: Die Datei „EXCU_SHELL“ ist nicht passwortgeschützt und Hacker können daher ohne Authentifizierung auf den Router und damit das zugehörige Netzwerk zugreifen. Einmal eingedrungen, lässt sich so der gesamte ein- und ausgehende Internet-Traffic einsehen, modifizieren und kontrollieren oder sogar Malware verbreiten.

In Zeiten von Smart Home und Industrie 4.0 kann dadurch erheblicher Schaden entstehen. Hackern steht mit einer Sicherheitslücken diesen Schweregrads sozusagen Tür und Tor zu Netzwerken offen – fatal wären die Folgen von Eingriffen in kritischen Infrastrukturen wie Gesundheitseinrichtungen oder Energieversorgern.

D-Link hat Sicherheits-Update am 19. März 2019 veröffentlicht

Nachdem Greenbone die Sicherheitslücke bereits im vergangenen November an D-Link gemeldet hat, ist für Anwender jetzt auch ein Patch verfügbar. Der Hersteller zeigte sich während der gesamten Zeit responsiv und bat uns, die CVE-Beantragung zu übernehmen. Informationen für Kunden auf der D-Link-Website und Patches sind inzwischen auch verfügbar.

Ursprünglich waren seit der Entdeckung der Schwachstelle schon mehr als 90 Tage vergangen – die Frist endete bereits am 11. Februar 2019. Daher handelten wir gemäß des Responsible Disclosure und veröffentlichten alle bisher verfügbaren Informationen, um Anwender zu schützen. Für Greenbone-Kunden war die Lücke bereits seit November 2018 über den täglichen Security Feed sichtbar.

Hersteller müssen handeln!

Angesichts der horrenden Anzahl von Sicherheitslücken auf Routern, ist die Schließung der D-Link-Lücke sicherlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ja, die Anzahl an Schwachstellen ist einschüchternd – den Kopf in den Sand stecken aber keine Option. Vielmehr gilt es, so viele Hersteller wie möglich dazu zu bewegen oder wenn nötig auch zu zwingen, ihre Router abzusichern. Denn in einer vernetzen Welt wie der unseren steht zu viel auf dem Spiel. Hier erhalten Sie weitere allgemeine Informationen zum Thema IT-Sicherheit.

Schwachstellen für digitale Gegenangriffe zurückzuhalten, ist in höchstem Maße riskant

Sollten Staaten Schwachstellen zurückhalten, um die eigenen Möglichkeiten eines Hack Back zu stärken? Nein, meint Dirk Schrader, CMO von Greenbone Networks, Vulnerability-Management-Anbieter, als Reaktion auf den Spiegel-Artikel „Das Cyber-Dilemma“.

Gut gezielte Cyber-Angriffe können heute das gesellschaftliche Leben ganzer Staaten lahmlegen. Bei einem totalen Blackout der Energieversorgung würden etwa wichtige elektronische Geräte in Krankenhäusern ausfallen und Lebensmittelkühlketten nicht mehr funktionieren. Auch ließen sich keine Notrufe mehr tätigen und die Frischwasserversorgung wäre gefährdet. Es ist daher gut und wünschenswert, dass die Regierung darüber diskutiert, wie sie die eigenen kritischen Infrastrukturen bestmöglich vor böswilligen Cyber-Angriffen schützen kann. So sind Maßnahmen eins bis drei des vom Bundesverteidigungs- und Bundesinnenministeriums vorgestellten Fünf-Stufen-Plans absolut richtig und wichtig: Prävention von Cyber-Angriffen, Umleitung von Daten eines erkannten Angreifers und Aufklärung von Hacker-Offensiven.

Hack Backs haben unvorhersehbare Nebenwirkungen
Der in Stufe vier und fünf verfolgte Ansatz, gefundene Schwachstellen zurückzuhalten, sie also nicht zu veröffentlichen, um sie für einen sogenannten „Hack Back“ zu nutzen, ist jedoch schon aus technischer Sicht nicht praktikabel. So sollen sich Cyber-Experten in Stufe vier des Plans über eine bisher nicht veröffentlichte Schwachstelle Zugriff auf das IT-System des Hacker verschaffen, um Daten „zurückzuklauen“. Doch bereits hier lauern zahlreiche Fallstricke: Gibt es Kopien von den Daten? Sind die Daten verteilt gespeichert? Wem gehört der Server überhaupt? Und was ist, wenn der Server in einem befreundeten Land steht und Eigentum der dortigen Regierung ist?
Stufe 5 – die von Hackern genutzten Server zu zerstören – erinnert wiederum sehr an das Vorgehen der britischen Regierung nach den Snowden-Enthüllungen. Hier wurden Festplatten der britischen Tageszeitung „The Guardian“ mit Bohrern zerstört. Die Folge eines solchen Vorgehens: Nutzen auch andere unbeteiligte Einrichtungen den Server, wären auch deren Daten unwiederbringlich verloren. Insbesondere bei kritischen Infrastrukturen wie Krankenhäusern hätte dies fatale Folgen.
In diesem Zusammenhang stellt sich außerdem die bisher nicht thematisierte Frage, gegen wen solche Maßnahmen der Stufen 4 und 5 theoretisch gerichtet sein können – und dürfen. Wenn ausländische Dritte vom Hack Back betroffen sind, wertet deren Regierung das als Angriff und hackt auch zurück? Eine solche Spirale sollte verhindert werden.

Unveröffentlichte Schwachstellen sind immer ein Risiko
Darüber hinaus gibt es auch bei der Beschaffung von bisher unveröffentlichten Schwachstellen ein sehr konkretes Problem: Findet man selbst eine neue Sicherheitslücke, muss man immer davon ausgehen, dass feindlich gesinnte Hacker oder Regierungen ebenfalls auf diese aufmerksam werden. Es gilt also, die eigene Infrastruktur gegen einen Angriff über ebenjene Schwachstelle zu schützen. Doch wie gelingt das, wenn es dafür noch keinen Patch gibt? Die Thematik ist umso brisanter, wenn man das Wissen über eine Schwachstelle von einem Dritten gekauft hat. Denn Gegner sind natürlich in der Lage, das Gleiche zu tun.
Spätestens wenn die Schwachstelle für einen Hack Back genutzt wurde, ist sie ein maßgeblicher Risikofaktor, denn: Ab diesem Zeitpunkt ist sie bekannt, wird analysiert und von Gegnern eventuell ebenfalls für einen Angriff genutzt. Derselbe Mechanismus greift bei digitalen Schläferzellen – Schadsoftware, die über eine Schwachstelle unbemerkt im IT-System von potenziellen Gegnern platziert wird und bei Bedarf zum Einsatz kommt. Denn auch hier gilt: Ab ihrem Bekanntwerden – etwa indem die Schadsoftware gestartet wird – ist sie ein potenzielles Einfallstor in das eigene IT-System.

Fazit: Digitalen Waffen keinen Entwicklungsraum geben
Schwachstellen zurückzuhalten, um sie für Hack Backs zu nutzen, ist weder politisch, noch administrativ, noch technologisch tragbar. Schlussendlich erhöht jede nicht geschlossene Schwachstelle das Risiko eines erfolgreichen Angriffs. Die Folgen eines solchen sind in unserer komplex vernetzten Welt unvorhersehbar. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Kaskadeneffekt, der das komplette gesellschaftliche Leben zum Erliegen bringt. Dieses Risiko sollten Regierungen auf keinen Fall eingehen, denn sie sind für das Wohl der Bürger verantwortlich. Anstatt sich also um zwischenstaatliche Verfahren über die Weitergabe von Schwachstellen zu bemühen, sollte die politische Energie vielmehr auf die Ächtung von D-Waffen (digitalen Waffen) nach dem Vorbild des Genfer Protokolls zielen.

Die Greenbone Anwenderkonferenz Security Transparent findet in diesem Jahr am 8. Mai 2018 im Humboldt Carré Berlin statt. Im Fokus: Kritische Infrastrukturen und Cyber Resilience.

In diesem Jahr dreht sich auf unserer Anwenderkonferenz alles um die IT-Sicherheit von kritischen Infrastrukturen (KRITIS) – wie Energie, Gesundheit, Wasserversorgung oder Transport und Verkehr. Unternehmen in diesen Sektoren sind die Säulen unseres Gemeinwesens und Ausfälle könnten katastrophale Folgen haben – man male sich nur die dramatischen Auswirkungen eines Zusammenbruchs der Stromversorgung aus. Im Zuge der Digitalisierung hat sich die Sorge von Regierungen um kritische Infrastrukturen noch weiter verschärft. Denn durch immer mehr und immer komplexer ablaufende digitale Prozesse hat sich auch die Angriffsfläche für Hacker enorm vergrößert.
Paradigmenwechsel: Von Cyber Security zu Cyber Resilience
Natürlich möchten Unternehmen ihre IT am liebsten zu 100 Prozent „fail-safe“ absichern. Doch dies würde sie zu unflexibel und reaktionsschwach machen. Daher forcieren wir einen Paradigmenwechsel hin zu „safe-to-fail“. Das bedeutet: Unternehmen müssen ihren Betrieb auch dann aufrechterhalten könnten, wenn ein Angriff von außen gelingt – Widerstandsfähigkeit (engl. Resilience) ist hier das Schlüsselwort. Ein Wandel von Cyber Security hin zu Cyber Resilience ist also dringend notwendig. Welche Voraussetzungen dafür nötig sind und welche Rolle Schwachstellen-Management dabei spielt – darüber möchten wir auf der Security Transparent diskutieren.
Zu Gast sind Unternehmen und Institutionen aus den Sektoren Produktion, Gesundheit, Energie, Verwaltung und Telekommunikation. Zudem freuen wir uns auf spannende Vorträge und Workshops mit folgenden Sprechern:

  • Tim Philipp Schäfers, Cyber Security Consultant OEDIV (Dr. Oetker IT)
  • Ingo Bahn, IT-Sicherheitsbeauftragter, Gematik
  • Henry Hughes, Director IT Security, Jisc (Organisation zur Förderung digitaler Technologien in Forschung und Lehre), UK
  • Markus Böger, Polizeihauptkommissar Verfassungsschutz Niedersachsen
  • Sebastian Neef, IT Solutions Neef und Internetwache
  • Martin Herfurt, Senior Professional Services Consultant Greenbone Networks

Sie möchten an der Konferenz teilnehmen? Hier geht es direkt zur Online-Anmeldung. Weitere Informationen zur Security Transparent 2018 finden Sie hier.

Wir freuen uns auf eine spannende Konferenz mit Ihnen!

BSI und Greenbone schließen Rahmenvertrag für den Großteil der Verwaltungseinrichtungen des Bundes

Osnabrück, 21. November 2017Greenbone, Lösungsanbieter zur Schwachstellen-Analyse von IT-Netzwerken, hat mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einen Rahmenvertrag geschlossen. Dieser sieht vor, dass die deutsche Bundesverwaltung schnell und einfach die Lösungen und Services des IT-Sicherheitsanbieters abrufen kann. Hierbei wurden der Bundesverwaltung besondere Konditionen eingeräumt. Von den vereinbarten Konditionen profitieren die gesamte Bundesverwaltung und weitere staatliche Institutionen: die unmittelbare- und mittelbare Bundesverwaltung, Gerichte, Verfassungsorgane und Zuwendungsempfänger des Bundes, Fraktionen des Bundestages, Forschungseinrichtungen sowie alle Unternehmen mit mehr als 50 Prozent Bundesanteil.

Mit der zunehmenden Vernetzung und Vielfalt von angebundenen Geräten steigt auch die Bedrohung durch Angriffe. Die am schlechtesten geschützten Systeme dienen Angreifern als Einstiegstor in IT-Netze. Nicht nur Privatanwender, sondern gerade Bundesbehörden und -organe stehen häufig im Visier von Cyber-Kriminellen. Die Nutzung der Rahmenvertragsleistungen ermöglicht es Institutionen des Bundes auf einfache, kostengünstige Art, Sicherheitslücken in der IT-Infrastruktur zu erkennen. Mittels umfangreicher Hilfestellungen können diese anschließend kompetent geschlossen werden. So kann dank der Produkte und Dienstleistungen von Greenbone die Angriffsfläche im Netz leicht auf ein Minimum reduziert werden.

Dirk Schrader, Certified Information Systems Security Professional (CISSP) bei Greenbone Networks, ergänzt: „Wir sind sicher, dass mit der Greenbone Schwachstellen-Mangement-Lösung die IT-Systeme der öffentlichen Hand deutlich widerstandsfähiger gegen Cyber-Angriffe werden – und damit die Daten der Bürger besser geschützt sind.“

Schwachstellen-Management – mehr Sicherheit im E-Government-Umfeld

Ein System zur Erkennung von Schwachstellen erhöht die Sicherheit in IT-Netzwerken signifikant. Administratoren können Probleme frühzeitig erkennen und unmittelbar Aktionen zur Beseitigung einleiten. Schwachstellen können priorisiert behoben oder durch übergeordnete Sicherheitsmaßnahmen vor ihrer Ausnutzung durch Angreifer abgeschottet werden. Dabei beschränkt sich Schwachstellenerkennung nicht auf zentrale Server. Vielmehr prüft eine solche Lösung jedes einzelne IT-System flächendeckend und regelmäßig – und härtet nach Beseitigung der Schwachstellen das Netzwerk so als Ganzes.

Ein Schwachstellen-Scanner durchläuft ein Netzwerk und erkennt im ersten Schritt vorliegende Systeme und Dienste. Er verfügt über tagesaktuelle Schwachstellen-Prüfmodule und kann anhand dieser beurteilen, ob und welche Schwachstellen vorliegen. Die Warnmeldungen werden als Übersicht auf einem Dashboard angezeigt und liefern direkte Hinweise zum Beheben der gefundenen Sicherheitslücken. Ein integriertes Schwachstellen-Management erfasst zudem alle Prüfergebnisse und bereitet diese auf. Zusätzlich hilft die Lösung, weitere Sicherheitsanwendungen effektiv einzusetzen.