Im Jahr 2024 verlangte die geopolitische Instabilität, gekennzeichnet durch die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, nach einer stärkeren Cybersicherheit sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor. China nahm die US-Verteidigung, Versorgungsunternehmen, Internetprovider und das Transportwesen ins Visier, während Russland koordinierte Cyberangriffe auf US-amerikanische und europäische Staaten startete, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen und Uneinigkeit unter den westlichen Verbündeten über den Ukraine-Krieg zu schaffen. Am Ende von 2024 blicken wir auf eine hektische Cybersicherheitslandschaft am Rande des Abgrunds zurück.

2024 war ein weiteres Rekordjahr für CVE-Veröffentlichungen (Common Vulnerabilities and Exposures). Auch wenn es sich bei vielen Meldungen um sogenannte „AI Slop“-Meldungen [1][2] handelt, gleicht die schiere Menge der veröffentlichten Schwachstellen einen großen Heuhaufen. Da IT-Sicherheitsteams versuchen, die hoch riskanten „Nadeln“ in einem noch größeren „Heuhaufen“ zu finden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie übersehen werden. 2024 war auch ein Rekordjahr für Ransomware-Auszahlungen in Bezug auf Volumen und Umfang sowie für Denial-of-Service-Angriffe (DoS).

Zusätzlich fiel auch die „National Vulnerability Database“ des NIST (National Institute of Standards and Technology) aus, von der weltweit viele Organisationen betroffen waren, darunter auch Security-Anbieter. Der CVE-Scanner von Greenbone basiert auf dem CPE-Abgleich (Common Platform Enumeration) und ist von dem Ausfall des NIST NVD betroffen. Der primäre Scan-Motor von Greenbone, OpenVAS Scanner, ist jedoch nicht betroffen. OpenVAS interagiert direkt mit Diensten und Anwendungen, sodass unsere Entwickler anhand der Details aus den ersten CVE-Berichten zuverlässige Schwachstellentests erstellen können.

Im Jahr 2025 wird das Glück den Unternehmen hold sein, die vorbereitet sind. Angreifer nutzen Cyber-Intelligenz vermehrt als Waffe; die durchschnittliche Time-to-Exploit (TTE) beträgt nur noch Tage oder sogar Stunden. Der Aufstieg der KI wird neue Herausforderungen für die Cybersicherheit mit sich bringen. Neben diesen Fortschritten bleiben traditionelle Bedrohungen wie für die Cloud-Sicherheit oder für Software-Lieferketten von entscheidender Bedeutung. Sicherheitsanalysten sagen voraus, dass grundlegende Netzwerkgeräte wie VPN-Gateways, Firewalls und andere Edge-Geräte auch im Jahr 2025 ein begehrtes Ziel sein werden.

In dieser Ausgabe unseres monatlichen Threat Reports befassen wir uns mit den bedrohlichsten Schwachstellen und aktiven Kampagnen zu deren Ausnutzung, die im Dezember 2024 aufgetaucht sind.

Mitel MiCollab: ein blitzartig ausgenutzter Zero-Day

Sobald Schwachstellen veröffentlicht werden, stürzen sich Angreifer mit zunehmender Geschwindigkeit auf sie. Für einige Schwachstellen gibt es innerhalb von Stunden öffentlichen Proof-of-Concept-Exploit-Code (PoC), sodass den Verteidigern nur eine minimale Reaktionszeit bleibt. Anfang Dezember beobachteten die Forscher von GreyNoise die Ausnutzung von Mitel MiCollab am selben Tag, an dem der PoC-Code veröffentlicht wurde. Mitel MiCollab vereint Sprache, Video, Messaging, Präsenz und Konferenzen auf einer Plattform. Die neuen Schwachstellen haben neben der amerikanischen CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency) auch beim belgischen National Center for Cybersecurity, dem Australian Signals Directorate (ASD) und dem britischen National Health Service (NHS) Warnungen hervorgerufen. Die Behebung der jüngsten Sicherheitslücken in MiCollab wird als dringend angesehen.

Hier einige Details zu den neuen aktiv ausgenutzten CVEs in Mitel MiCollab:

  • CVE-2024-41713 (CVSS 7.8 Hoch): Die „Path Traversal“-Schwachstelle in der NPM-Komponente (NuPoint Unified Messaging) von Mitel MiCollab ermöglicht den unauthentifizierten Zugriff auf Dateien durch Ausnutzung der „…/“-Technik in HTTP-Anfragen. Dies kann hochsensible Dateien offenlegen.
  • CVE-2024-35286 (CVSS 10 Kritisch): Eine SQL-Injection-Schwachstelle in der NPM-Komponente von Mitel MiCollab, die es einem böswilligen Akteur ermöglicht, einen SQL-Injection-Angriff auszuführen.

Seit Mitte 2022 hat die CISA drei weitere CVEs in Mitel-Produkten aufgespürt, von denen bekannt ist, dass sie für Ransomware-Angriffe genutzt werden. Greenbone kann Endpunkte erkennen, die für diese hochgradig gefährlichen CVEs anfällig sind, und zwar mit aktiven Prüfungen [4][5].

SSL-VPNs von Array Networks von Ransomware ausgenutzt

CVE-2023-28461 (CVSS 9.8 Kritisch) ist eine Schwachstelle für Remote Code Execution (RCE) in den Array AG Series und vxAG SSL VPN Appliances von Array Networks. Die Geräte, vom Hersteller angepriesen als Präventivmaßnahme gegen Ransomware, werden nun aktiv in jüngsten Ransomware-Angriffen ausgenutzt. Array Networks selbst wurde Anfang dieses Jahres von der Dark Angels Ransomware-Bande angegriffen [1][2].

Jüngsten Berichten zufolge hält Array Networks einen beträchtlichen Marktanteil im Bereich Application Delivery Controller (ADC). Laut dem WW Quarterly Ethernet Switch Tracker von IDC ist das Unternehmen mit einem Marktanteil von 34,2 % Marktführer in Indien. Array Networks hat Patches für betroffene Produkte mit ArrayOS AG 9.4.0.481 und früheren Versionen veröffentlicht. Der Greenbone Enterprise Feed enthält einen Erkennungstest für CVE-2023-28461, seit dieser Ende März 2023 bekanntgegeben wurde.

CVE-2024-11667 in Zyxel Firewalls

CVE-2024-11667 (CVSS 9.8 Kritisch) in den Firewall-Appliances von Zyxel wird aktiv in aktuellen Ransomware-Angriffen ausgenutzt. Eine „Directory Traversal“-Schwachstelle in der Web-Management-Schnittstelle könnte es einem Angreifer ermöglichen, Dateien über eine böswillig gestaltete URL herunter- oder hochzuladen. Zyxel Communications ist ein taiwanesisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von Netzwerkgeräten für Unternehmen, Dienstanbieter und Verbraucher spezialisiert hat. Berichten zufolge liegt der Marktanteil von Zyxel bei etwa 4,2 % in der ITK-Branche mit einer vielfältigen globalen Präsenz, zu der auch große Fortune-500-Unternehmen gehören.

In Fällen wie diesem ist ein „Defense in Depth“-Ansatz für die Cybersicherheit besonders wichtig. Wenn Angreifer ein Netzwerkgerät wie eine Firewall kompromittieren, erhalten sie in der Regel nicht sofort Zugriff auf hochsensible Daten. Der anfängliche Zugriff ermöglicht es den Angreifern jedoch, den Netzwerkverkehr zu überwachen und das Netzwerk des Opfers auf der Suche nach wertvollen Zielen zu durchforsten.

Zyxel empfiehlt, Ihr Gerät auf die neueste Firmware zu aktualisieren, den Fernzugriff vorübergehend zu deaktivieren, wenn Updates nicht sofort angewendet werden können, und die bewährten Verfahren zur Sicherung verteilter Netzwerke anzuwenden. CVE-2024-11667 betrifft die Firmware-Versionen V5.00 bis V5.38 der Zyxel ATP-Serie, die Firmware-Versionen V5.00 bis V5.38 der USG FLEX-Serie, die Firmware-Versionen V5.10 bis V5.38 der USG FLEX 50(W)-Serie und die Firmware-Versionen V5.10 bis V5.38 der USG20(W)-VPN-Serie. Greenbone kann die Sicherheitslücke CVE-2024-11667 bei allen betroffenen Produkten erkennen.

Kritische Schwachstellen in Apache Struts 2

CVE-2024-53677 (CVSS 9.8 Kritisch), ein unbeschränkter Dateiupload [CWE-434], der Apache Struts 2 betrifft, ermöglicht es Angreifern, ausführbare Dateien in Web-Root-Verzeichnisse hochzuladen. Wenn eine Web-Shell hochgeladen wird, kann die Schwachstelle zu unautorisierter Remote Code Execution führen. Apache Struts ist ein Java-basiertes Open-Source-Framework für Webanwendungen, das sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor, einschließlich Behörden, Finanzinstituten und anderen großen Organisationen, weit verbreitet ist [1]. PoC-Exploit-Code (Proof-of-Concept) ist öffentlich verfügbar, und CVE-2024-53677 wird aktiv ausgenutzt, was das Risiko erhöht.

Die Sicherheitslücke wurde ursprünglich unter der Bezeichnung CVE-2023-50164 geführt und im Dezember 2023 veröffentlicht [2][3]. Ähnlich wie bei einer kürzlich aufgetretenen Schwachstelle in VMware vCenter war der ursprüngliche Patch jedoch unwirksam, was zum erneuten Auftreten der Schwachstelle führte. CVE-2024-53677 betrifft die Komponente FileUploadInterceptor, sodass Anwendungen, die dieses Modul nicht verwenden, nicht betroffen sind. Benutzer sollten ihre Struts2-Instanz auf Version 6.4.0 oder höher aktualisieren und auf den neuen Datei-Upload-Mechanismus umstellen. Weitere neue kritische CVEs in beliebter Open-Source-Software (OSS) von Apache:

Die Apache Software Foundation (ASF) folgt bei ihren Projekten einem strukturierten Prozess, der die private Berichterstattung und die Veröffentlichung von Patches vor der öffentlichen Bekanntgabe fördert, so dass Patches für alle oben genannten CVEs verfügbar sind. Greenbone kann Systeme erkennen, die für CVE-2024-53677 anfällig sind, ebenso wie andere kürzlich bekannt gewordene Schwachstellen in Produkten der ASF Foundation.

Palo Altos Secure DNS wird aktiv für DoS ausgenutzt

CVE-2024-3393 (CVSS 8.7 Hoch) ist eine DoS-Schwachstelle (Denial of Service) in der DNS-Sicherheitsfunktion von PAN-OS. Die Schwachstelle ermöglicht es einem nicht authentifizierten Angreifer, Firewalls der PA-Serie, VM-Serie, CN-Serie und Prisma Access-Geräte über bösartige Pakete, die auf Datenebene gesendet werden, neu zu starten. Durch wiederholtes Auslösen dieses Zustands können Angreifer die Firewall dazu bringen, in den Wartungsmodus zu wechseln. Die CISA hat die Schwachstelle CVE-2024-3393 als aktiv ausgenutzt identifiziert. Sie ist eine von fünf weiteren aktiv ausgenutzten Schwachstellen in Palo-Alto-Produkten, die allein in den letzten zwei Monaten aufgetreten sind.

Laut den von Palo Alto veröffentlichten Empfehlungen sind nur Geräte mit einer DNS Security License oder Advanced DNS Security License und aktivierter Protokollierung betroffen. Es wäre eine einfache Annahme zu sagen, dass diese Bedingungen bedeuten, dass Top-Tier-Unternehmenskunden betroffen sind. Greenbone kann mit einem Versionserkennungstest Geräte identifizieren, die von CVE-2024-3393 betroffen sind.

Microsoft-Sicherheit im Jahr 2024: Wer hat die Fenster offengelassen?

Auch wenn es unfair wäre, Microsoft für die Bereitstellung anfälliger Software im Jahr 2024 verantwortlich zu machen, hat das Redmonder BigTech die Sicherheitserwartungen sicherlich nicht übertroffen. 2024 wurden insgesamt 1.119 CVEs in Microsoft-Produkten offengelegt; 53 erreichten einen kritischen Schweregrad (CVSS > 9.0), 43 wurden in den KEV-Katalog (Known Exploited Vulnerabilities) der CISA aufgenommen, und mindestens vier waren bekannte Vektoren für Ransomware-Angriffe. Obwohl der Vergleich grob ist, gab es im Linux-Kernel mehr (3.148) neue CVEs, aber nur drei wurden als kritisch eingestuft und nur drei wurden in den KEV-Katalog der CISA aufgenommen. Hier sind die Details zu den neuen aktiv ausgenutzten CVEs in Microsoft Windows:

  • CVE-2024-35250 (CVSS 7.8 Hoch): Eine Schwachstelle zur Ausweitung von Privilegien, die es einem Angreifer mit lokalem Zugriff auf ein System ermöglicht, Privilegien auf Systemebene zu erlangen. Die Schwachstelle wurde im April 2024 entdeckt, und im Oktober wurde PoC-Exploit-Code online gestellt.
  • CVE-2024-49138 (CVSS 7.8 Hoch): Eine Heap-basierte „Buffer Overflow“-Schwachstelle [CWE-122] zur Erweiterung von Privilegien; dieses Mal im Treiber des Microsoft Windows Common Log File System (CLFS). Obwohl es keinen öffentlich zugänglichen Exploit gibt, haben Security-Forschende Hinweise darauf, dass diese Sicherheitslücke ausgenutzt werden kann, indem ein bösartiges CLFS-Protokoll erstellt wird, um privilegierte Befehle auf der Ebene der Systemberechtigungen auszuführen.

Die Erkennung und Entschärfung dieser neuen Windows CVEs ist von entscheidender Bedeutung, da sie aktiv angegriffen werden. Beide wurden in Microsofts Dezember-Patch-Release gepatcht. Greenbone kann CVE-2024-35250 und CVE-2024-49138 erkennen sowie alle anderen als CVEs veröffentlichten Sicherheitslücken von Microsoft.

Zusammenfassung

2024 unterstrich die anhaltende Herausforderung in der Cybersicherheit mit rekordverdächtigen Enthüllungen von Schwachstellen, Ransomware-Auszahlungen, DoS-Angriffen und einem alarmierenden Anstieg aktiver Ausnutzung von Schwachstellen. Die schnelle Verwandlung von Schwachstellen in Angriffswaffen unterstreicht die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Strategie für das Schwachstellenmanagement und eines Defense-in-Depth-Ansatzes.

Im Dezember gab es neue kritische Schwachstellen in Mitel-, Apache- und Microsoft-Produkten. Weitere Netzwerkprodukte: VPNs von Array Networks und Firewalls von Zyxel werden jetzt von Ransomware-Akteuren ausgenutzt, was noch einmal bestätigt, dass proaktive Maßnahmen zur Erkennung und Patchen von Schwachstellen ergriffen werden müssen. Auf dem Weg ins Jahr 2025 wird Fortuna diejenigen begünstigen, die hierauf vorbereitet sind; Unternehmen müssen wachsam bleiben, um die Risiken in einer zunehmend feindlichen Cyberlandschaft im Zaum zu halten.

Das Schlimmste, was es aus sicherheitstechnischer Sicht in der IT gibt, ist eine aktiv ausgenutzte RCE-Schwachstelle (Remote Code Execution) mit Systemprivilegien, die keine Benutzerinteraktion erfordert. Sicherheitslücken wie diese können Software betreffen, die in Fortune-500-Unternehmen weit verbreitet ist, und werden damit zu tickenden Zeitbomben. Wenn sich fortschrittliche, hartnäckige Bedrohungsakteure auf eine solche Schwachstelle oder CVE (Common Vulnerabilities and Exposures) stürzen, wird ihre Behebung zur Notfallmaßnahme. In jüngster Zeit erfüllte CVE-2024-50623 (jetzt auch als CVE-2024-55956 verfolgt), die mehr als 4.200 Benutzer der MFT-Software (Managed File Transfer) von Cleo betrifft, all diese Voraussetzungen für eine Katastrophe. Sie wurde zum wichtigen Momentum in Ransomware-Kampagnen, die mehrere Fortune-500-Unternehmen betreffen, welche jetzt im Rampenlicht der Berichterstattung über Cybersicherheit stehen.

Diese Cybersecurity-News gibt einen Überblick über die Ereignisse im Zusammenhang mit CVE-2024-50623 und CVE-2024-55956 sowie die damit verbundenen Ransomware-Kampagnen. Auch wenn Sie kein betroffenes Produkt verwenden, erhalten Sie hier wertvolle Einblicke in den Lebenszyklus von Schwachstellen und die Risiken der Software-Lieferketten von Drittanbietern. 

CVE-2024-50623 und CVE-2024-55956: Chronik der Ereignisse

Der Lebenszyklus von Sicherheitslücken ist komplex. In unserem früheren Artikel über das Schwachstellenmanagement der nächsten Generation finden Sie eine ausführliche Erklärung, wie dieser Prozess abläuft. In diesem Bericht stellen wir den Ablauf der Offenlegung und Behebung von CVE-2024-50623 und anschließend CVE-2024-55956 vor, als ein fehlgeschlagener Patch-Versuch des Softwareanbieters Cleo entdeckt und von Ransomware-Akteuren ausgenutzt wurde. Unser Greenbone Enterprise Feed enthält Erkennungsmodule für beide CVEs [1][2], die es Unternehmen ermöglichen, anfällige Systeme zu identifizieren und Notfallmaßnahmen zu ergreifen. Hier die zeitliche Abfolge der bisherigen Ereignisse:

  • Oktober 2024: CVE-2024-50623 (CVSS 10 Kritisch), das mehrere Cleo-MFT-Produkte betrifft, wurde vom Hersteller veröffentlicht, und eine gepatchte Version 5.8.0.21 wurde freigegeben.
  • November 2024: CVE-2024-50623 wurde zur Gewinnung von Daten genutzt und wirkte sich auf mindestens zehn Organisationen weltweit aus, darunter Blue Yonder, ein von Fortune-500-Unternehmen genutzter Lieferkettenmanagement-Service.
  • Dezember 2024: Sicherheitsforscher von Huntress identifizieren eine aktive Ausnutzung von CVE-2024-50623, mit der das ursprüngliche Patch (Version 5.8.0.21) umgangen werden kann.
  • Dezember 2024: Huntress beobachtet einen deutlichen Anstieg der Ausnutzung. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass der Exploit-Code im Rahmen eines Malware-as-a-Service-Geschäftsmodells für Internetkriminalität verkauft wird, oder einfach darauf, dass die Angreifer ihre Aufklärungsarbeit abgeschlossen und eine breit angelegte Kampagne mit maximaler Wirkung gestartet haben.
  • Dezember 2024: Dem Softwarehersteller Cleo wird eine aktive Ausnutzung und ein PoC-Exploit-Code (Proof of Concept) gemeldet.
  • Dezember 2024: Der Hersteller Cleo gibt eine Erklärung ab, in der er einräumt, dass seine Produkte trotz Sicherheits-Patches ausnutzbar sind, und gibt zusätzliche Hinweise zur Schadensbegrenzung heraus.
  • Dezember 2024: Wachtowr Labs veröffentlichte einen detaillierten technischen Bericht, der beschreibt, wie CVE-2024-50623 eine RCE über Arbitrary File Write [CWE-434] ermöglicht. Cleo veröffentlicht eine Anleitung zur Schadensbegrenzung und aktualisiert und den Patch auf Version 5.8.0.24.
  • Dezember 2024: Ein neuer Name, CVE-2024-55956 (CVSS 10 Kritisch), wird für die Verfolgung dieser anhaltenden Schwachstelle herausgegeben, und die CISA (Cybersecurity & Infrastructure Security Agency) fügt die Schwachstelle ihrem KEV-Katalog (Known Exploited Vulnerabilities) hinzu, der die Verwendung in Ransomware-Angriffen kennzeichnet.

Cleo-Produkte für Ransomware-Attacken missbraucht

Die von CVE-2024-50623 und CVE-2024-55956 ausgehende Gefahr für das globale Business ist hoch. Diese beiden CVEs betreffen potenziell mehr als 4.200 Kunden von Cleo LexiCom, einem Desktop-basierten Client für die Kommunikation mit großen Handelsnetzen, Cleo VLTrader, einer auf mittlere Unternehmen zugeschnittenen Lösung auf Serverebene, und Cleo Harmony für große Unternehmen.

Die CVEs wurden kürzlich in einer Ransomware-Kampagne als erste Zugangsvektoren verwendet. Der Ransomware-Angriff von Termite zog im November 2024 auch Blue Yonder, eine Tochtergesellschaft von Panasonic, in Mitleidenschaft. Blue Yonder ist eine Plattform für das Lieferkettenmanagement, die von großen Technologie-Unternehmen wie Microsoft, Lenovo und Western Digital sowie von rund 3.000 anderen globalen Unternehmen aus vielen Branchen genutzt wird; Bayer, DHL und 7-Eleven, um nur einige zu nennen. Der Ausfall des von Blue Yonder gehosteten Dienstes führte bei StarBucks zu Unterbrechungen in der Gehaltsabrechnung. Zu den jüngsten erfolgreichen Ransomware-Angriffen hat sich auch die Ransomware-Gruppe Clop bekannt.

In der zweiten Phase einiger Einbrüche in IT-Systeme listeten die Angreifer Active Directory Domänen [DS0026] auf, installierten Web-Shells [T1505.003], um sich festzusetzen [TA0003], und versuchten, Daten aus dem Netzwerk des angegriffenen Systems herauszufiltern [TA0010], nachdem sie den ersten Zugriff via RCE erhalten hatten. Eine ausführliche technische Beschreibung der Architektur der Termite-Ransomware ist verfügbar.

Behandlung von CVE-2024-50623 und CVE-2024-55956

Instanzen von Cleo-Produkten der Version 5.8.0.21 sind immer noch anfällig für Cyberangriffe. Der neueste Patch, Version 5.8.0.24, ist erforderlich, um die Anfälligkeit zu verringern. Alle Benutzer werden dringend gebeten, die Aktualisierungen rasch durchzuführen. Zu den weiteren Schutzmaßnahmen und bewährten Praktiken gehören die Deaktivierung der Autorun-Funktionalität in Cleo-Produkten, das Entfernen des Zugriffs aus dem Internet oder die Verwendung von Firewall-Regeln, um den Zugriff nur auf autorisierte IP-Adressen zu beschränken, sowie das Blockieren der IP-Adressen der in die Angriffe verwickelten Endpunkte.

Zusammenfassung

Cleo Harmony, VLTrader und LexiCom vor Version 5.8.0.24 werden aufgrund von kritischen RCE-Schwachstellen (CVE-2024-50623 und CVE-2024-55956) aktiv ausgenutzt. Diese Schwachstellen waren der Einstiegspunkt für erfolgreiche Ransomware-Angriffe gegen mindestens zehn Organisationen, von denen Fortune-500-Unternehmen betroffen waren. Greenbone bietet eine Erkennung für die betroffenen Produkte an, und die Benutzer werden dringend gebeten, Patches und Strategien zur Schadensbegrenzung anzuwenden, da Angreifer diese Schwachstellen mit Sicherheit weiterhin ausnutzen werden.

Webbrowser sind ein primäres Einfallstor für Unternehmen und folglich auch oft das erste Einfallstor für Cyberangriffe. Mithilfe von Malware, die auf Browser abzielt, könnten Angreifer direkten, unbefugten Zugriff auf das Netzwerk und die Daten eines Zielsystems erlangen. Sie könnten aber auch menschliche Opfer mit Social Engineering dazu bringen, sensible Informationen preiszugeben, um ihnen unbefugten Zugriff, etwa auf Kontodaten, zu gewähren. Im Jahr 2024 wiesen die wichtigsten Browser (Chrome, Firefox und Safari) 59 Schwachstellen mit kritischem Schweregrad (CVSS3 ³ 9) und 256 mit hohem Schweregrad (CVSS3 zwischen 7,0 und 8,9) auf. Zehn CVEs (Common Vulnerabilities and Exposures) aus der Dreiergruppe wurden in den KEV-Katalog (Known Exploited Vulnerabilities) der CISA (Cybersecurity & Infrastructure Security Agency) aufgenommen. Browser-Sicherheit sollte daher für Sicherheitsteams oberste Priorität haben.

Vor diesem Hintergrund sind wir stolz, die Erweiterung unserer Compliance-Funktionen um CIS Google Chrome Benchmark v3.0.0 Level 1 bekannt zu geben. Mit dieser neuesten Funktion können unsere Enterprise-Feed-Abonnenten ihre Google Chrome-Konfigurationen anhand des branchenführenden Compliance-Frameworks des CIS (Center for Internet Security) überprüfen. Die neuen Google Chrome-Benchmark-Tests werden neben unseren anderen CIS-Kontrollen in kritischen Cybersicherheitsbereichen wie Apache, IIS, NGINX, MongoDB, Oracle, PostgreSQL, Windows und Linux [1] [2] eingesetzt.

CIS Google Chrome Benchmark für Windows

Der CIS Google Chrome Benchmark v3.0.0 Level 1 ist jetzt im Greenbone Enterprise Feed verfügbar. Er legt eine gehärtete Konfiguration für den Chrome-Browser fest. Werden die Kontrollen für Windows implementiert, müssen auch Windows-Registry-Schlüssel gesetzt sein, um die Sicherheitskonfiguration von Chrome zu definieren. Eine kontinuierliche Überprüfung ist wichtig, denn wenn der Chrome-Browser auf Benutzerebene verändert wird, wird er anfälliger für Datenlecks, Social-Engineering-Angriffe oder andere Angriffsvektoren.

Unser Enterprise Vulnerability Feed nutzt Compliance-Richtlinien, um Tests auf den Endgeräten durchzuführen und jede Anforderung des CIS-Benchmarks durch einen oder mehrere spezielle Schwachstellentests zu überprüfen. Diese Tests werden in Scankonfigurationen gruppiert, die zur Erstellung von Scan-Aufgaben verwendet werden können, die dann auf Zielsystem-Gruppen zugreifen, um deren Sicherheitsstatus zu überprüfen. Greenbone unterstützt Sie bei der Einhaltung interner Risikovorgaben oder behördlicher Richtlinien.

Warum ist Browser-Security so kritisch?

Ein Großteil der wichtigen Informationen, die in einem durchschnittlichen Unternehmen fließen, wird über den Browser übertragen. Durch die Zunahme von Außendienstmitarbeitern und Cloud-basierten Webanwendungen sind Webbrowser die wichtigste Schnittstelle für geschäftliche Aktivitäten geworden. Es überrascht nicht, dass Internet-Browser in den letzten Jahren zu einer Brutstätte für Angriffe geworden sind. Nationale Cybersicherheitsbehörden wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) [3] [4], das amerikanische CISA [5] [6] und das kanadische Zentrum für Cybersicherheit [7] haben allesamt Empfehlungen zum Umgang mit den von Internetbrowsern ausgehenden Risiken veröffentlicht.

Browser können über technische Schwachstellen und Fehlkonfigurationen ausgenutzt werden, die zu Remote Code Execution (RCE), zum Diebstahl sensibler Daten und zur Übernahme von Konten führen können, sind aber auch ein Einfallstor für Social-Engineering-Angriffe. Die Browsersicherheit muss durch die Implementierung eines gehärteten Sicherheitsprofils, dessen kontinuierliche Überprüfung und durch regelmäßige Updates zur Behebung neu entdeckter Schwachstellen gewährleistet werden. Greenbone kann bekannte Schwachstellen für veröffentlichte CVEs in allen wichtigen Browsern aufspüren. Mit unserer neuesten CIS Google Chrome Benchmark-Zertifizierung sind wir nun in der Lage, die Konformität von Browsern mit Industriestandards zu bestätigen.

Wie der CIS Google Chrome Benchmark die Browsersicherheit verbessert

Jeder CIS-Benchmark wird im Rahmen eines Konsensprüfungsprozesses entwickelt, an dem eine globale Gemeinschaft von Fachexperten aus verschiedenen Bereichen wie Beratung, Softwareentwicklung, Audit, Compliance, Sicherheitsforschung, Betrieb, Regierung und Recht beteiligt ist. Dieser gemeinschaftliche Prozess soll sicherstellen, dass die Benchmarks praxisnah und datengestützt sind und reales Fachwissen widerspiegeln. Somit sind die CIS-Benchmarks ein wichtiger Bestandteil eines soliden Cybersicherheitsprogramms.

Im Allgemeinen konzentrieren sich die CIS-Benchmarks auf sichere technische Konfigurationen und sollten zusammen mit grundlegenden Cyberhygiene-Praktiken verwendet werden, wie z. B. der Überwachung und dem zeitnahen Patchen von Schwachstellen in Betriebssystemen, Anwendungen und Bibliotheken.

Der CIS Google Chrome Benchmark definiert Sicherheitskontrollen wie zum Beispiel:

  • Keine Domäne kann die Überprüfung auf gefährliche Ressourcen wie Phishing-Inhalte und Malware umgehen.
  • Strenge Überprüfung der von Websites ausgestellten SSL/TLS-Zertifikate.
  • Verringerung der allgemeinen Angriffsfläche von Chrome, indem sichergestellt wird, dass die neuesten Updates regelmäßig automatisch eingespielt werden.
  • Der Chrome-Browser ist so konfiguriert, dass er das Abfangen von DNS erkennt, was möglicherweise DNS-Hijacking ermöglichen könnte.
  • Chrome und Erweiterungen können nicht mit anderer Software von Drittanbietern interagieren.
  • Websites und Browser-Erweiterungen können keine Verbindungen mit Medien, dem lokalen Dateisystem oder externen Geräten wie Bluetooth, USB oder Media-Casting-Geräten missbrauchen.
  • Es können nur Erweiterungen aus dem Google Chrome Web Store installiert werden.
  • Alle vom Chrome-Hauptprozess abgezweigten Prozesse werden angehalten, sobald die Chrome-Anwendung geschlossen wurde.
  • SafeSites Inhaltsfilterung blockiert Links zu nicht jugendfreien Inhalten in den Suchergebnissen.
  • Verhindern Sie den Import unsicherer Daten, wie z. B. automatisch ausgefüllte Formulardaten, Standard-Homepage oder andere Konfigurationseinstellungen.
  • Sicherstellen, dass kritische Warnungen nicht unterdrückt werden können.

Greenbone ist Mitglied des CIS-Konsortiums

Als Mitglied des CIS-Konsortiums entwickeln wir unsere CIS Benchmark-Scan-Konfigurationen ständig weiter. Alle entsprechenden Richtlinien sind an den CIS-Härtungsrichtlinien ausgerichtet und von der CIS zertifiziert, um maximale Sicherheit für System-Audits zu gewährleisten. Darüber hinaus haben wir mit dem Greenbone Security Assistant (GSA) eine neue Konformitätsansicht hinzugefügt, die den Prozess für Unternehmen vereinfacht, die Schwachstellen in ihrer Infrastruktur beseitigen wollen, um Sicherheitsverletzungen zu verhindern.

Zusammenfassung

CIS-Kontrollen sind entscheidend für den Schutz von Systemen und Daten, da sie klare, umsetzbare Anleitungen für sichere Konfigurationen bieten. Der CIS Google Chrome Benchmark ist besonders auf Unternehmensebene wichtig, wo Browser viele Arten sensibler Daten beeinflussen. Greenbone erweitert die branchenführenden Fähigkeiten zur Erkennung von Schwachstellen um einen neuen Compliance-Scan: den CIS Google Chrome Benchmark v3.0.0 Level 1. Mit dieser Zertifizierung stärkt Greenbone die Position als zuverlässiger Verbündeter für proaktive Cybersicherheit. Die neuesten Funktionen spiegeln unser Engagement für die Förderung der IT-Sicherheit und den Schutz vor sich entwickelnden Cyber-Bedrohungen wider.

Auch im 16. Jahr seines Bestehens hat der Osnabrücker Experte und Marktführer im Open Source Vulnerability Management kräftig zugelegt: sowohl an Mitarbeitern, Kunden, Partnern und nicht zuletzt in diesem Blog.

Greenbone wächst weiter: In den letzten beiden Jahren konnten wir unsere Belegschaft fast verdoppeln, auf jetzt 143 Mitarbeiter, die meisten davon arbeiten remote. Natürlich brachte dieses Wachstum viel neuen, positiven Input mit sich, auch in diesem Blog, aber auch neue Strukturen – und Partys. Einen großen Schritt in der Weiterentwicklung unserer Führungskultur stellten dabei das neue People-Lead-Konzept, die „Development Talks“ mit „Cross Feedback“ und die Happiness-Erhebungen dar. Das gewachsene, weltweit verteilte Team traf sich auf diversen Veranstaltungen und besuchte zahlreiche Events zusammen. Greenbone wird weiterwachsen und ist ein moderner und beliebter Arbeitgeber. Haben Sie sich schon beworben?

Greenbone Threat Report

Es ist also kein Wunder, dass auch dieser Blog vom Wachstum profitiert und ein erfolgreiches neues Format eingeführt hat: Jeden Monat präsentiert Greenbone hier den Threat Report einen monatlichen Deep Dive in die Neuigkeiten und Schrecken des Schwachstellenmanagements, der Schadensbegrenzung und neuer Bedrohungen, die unserer Kunden (und alle, die sich für Sicherheit interessieren) auf dem Radar haben sollten. Die Serie begann im März 2024 und hat bisher zehn detaillierte Blogbeiträge hervorgebracht. Das letzte Update liegt hier.

Vom Aussterben bedroht: Ivanti, Fortinet, Exchange, Confluence…

Darüber hinaus konnten wir über mehrere kritische Schwachstellen berichten. Von Juniper und Ivanti bis Fortinet, von Problemen in Microsoft Exchange und Sharepoint bis zu Atlassians Wissensmanagement Confluence lieferten unsere Experten hilfreiche Einblicke für unsere Kunden.

Natürlich haben wir in unserem Blog über CrowdStrike berichtet und darüber, wie ein Sicherheitsanbieter in nur 62 Minuten zu einer massiven Bedrohung werden konnte. Wir informierten über die nicht enden wollenden Gefahren durch chinesische Hacker, DOS-Angriffe, automatisierte Massenangriffe und schwerwiegende SSH-Key-Probleme und brachten ausführliche Analysen und Beiträge, zum Beispiel zu den Kosten von Cyberangriffen.

Wachsende Herausforderungen: Cyberbedrohungen und neue Gesetze

In fünf Blogbeiträgen haben wir die Bedrohungslage und die spezifischen Sicherheitsrisiken in Branchen erläutert, die 2024 von Sicherheitslücken besonders stark betroffen waren: Der Mittelstand  investiert mehr in Sicherheit, Schulen in Helsinki wurden angegriffen, und natürlich sind die Netze der öffentlichen Verwaltung besonders bedroht, ebenso wie praktisch alles im Gesundheitswesen, sagt das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik). Vor allem die beiden letztgenannten Branchen, nicht nur unter unseren Kunden, werden auch von den vielen Beiträgen profitiert haben, die wir zu Regulierungen veröffentlicht haben, etwa zu CSAF (Common Security Advisory Framework) und, mit vielen Updates, zum langsamen und (in Deutschland) unterbrochenen Fortschritt von NIS2 (Network and Information Security).

Ganzjahresthema NIS2

Die NIS-Richtlinie in ihrer zweiten Auflage war und ist ein Thema, das Greenbone und unsere Kunden immer wieder beschäftigt hat. Seit die Europäische Union die zweite „Richtlinie über die Sicherheit von Netz- und Informationssystemen“ NIS beschlossen hat, haben viele Mitgliedsstaaten Regelungen erlassen, die klarstellen, wie Unternehmen die Richtlinie umsetzen müssen. Nur in Deutschland hat das etwas länger gedauert und ist – bedingt durch den Sturz der Regierung Ende des Jahres – noch nicht abgeschlossen. Nichtsdestotrotz sind alle Informationen und Pläne verfügbar, es gibt sogar einen Test des BSI, mit dem Sie überprüfen können, ob Ihre Netzwerke betroffen sind und sofortige Maßnahmen erforderlich sind.

Greenbone in Grün: ISO 14001

Einen großen Erfolg konnte Greenbone 2024 mit der ISO 14001, einer Zertifizierung für Nachhaltigkeit erzielen. Unser CMO Elmar Geese teilte seine Gedanken über die Zukunft der Clouds und das Aufbrechen ihres Hype-Zyklus. Außerdem nahm er an einem Panel zum Thema Künstliche Intelligenz teil, was die Greenbone-Produkte neuerdings auch integrieren, ebenso wie die BSI-Grundschutz- und CIS-Richtlinien zum Schutz Ihrer Office-Software.

Neue Produkte: Major Release 24.10, Greenbone Basic, Feed-Updates

Aber 2024 bescherte auch viele Aktualisierungen und Neuigkeiten zu den Produkten: Das Schwachstellenmanagement von Greenbone erhielt mehrere Verbesserungen und Updates, mit einem neuen Video, das Schwachstellenmanagement in 11 Minuten erklärt. Im Juli erhielt unsere neue Scan-Engine Notus Unterstützung für Amazons Red-Hat-Linux-Variante, die Amazon Web Services dominiert. Später im Jahr 2024 kündigte Greenbone sowohl eine neue Major Version der Enterprise Appliance (24.10) als auch ein völlig neues Produkt an, das sich an kleine und mittlere Unternehmen richtet und „Greenbone Basic“ heißt. Bereit zum Ausprobieren?

Vielleicht möchten Sie aber auch lesen, wie Greenbone die Konkurrenz der Schwachstellen-Scanner in unserem Benchmark anführt oder herausfinden, was Ihre Key Performance Indicators für die Messung der Leistung Ihres Schwachstellen-Management-Produktes sind?

Kongresse und Events: Unsere Highlights des Jahres

Wenn Sie uns treffen wollen, finden Sie eine wachsende Anzahl von Gelegenheiten… weltweit, wie auch in unserem Blog gezeigt: Wir berichteten fast live von der anderen Seite des Globus, wo Greenbone auf der Singapore International Cyber Week vertreten war. Diese Konferenz war nicht nur eine der wichtigsten IT-Sicherheitsveranstaltungen in Asien, sondern auch eine in einer langen Liste von Geschäfts-Messen, an denen Greenbone teilnahm: Die Public IT Security (PITS) in Berlin, die it-sa in Nürnberg oder die Potsdamer Konferenz für Nationale Sicherheit, um nur einige zu nennen.

Vielen Dank und frohe Festtage!

Natürlich war auch unser 16. Jahr ein gutes Jahr, „ein sehr gutes Jahr“, und so möchten wir die Gelegenheit nutzen, um uns noch einmal bei allen Kunden, Partnern und der Community zu bedanken, denn ohne Ihre Hilfe wäre das alles nicht möglich gewesen.

Vielen Dank, frohe Festtage und ein gutes neues Jahr!

Vielleicht tritt die Welt gerade in eine neue Phase der Cyber-Sicherheit und in ein neues technologisches Paradigma ein. Sogenannte „branchenführende“ Unternehmenssoftware erweist sich immer wieder als anfällig, da wöchentlich neue kritische Schwachstellen aufgedeckt werden und Beweise für eine aktive Ausnutzung vorliegen. Schicke neue Funktionen halten uns auf Trab, aber in Anbetracht des Risikos der sich schnell entwickelnden Technologien ist es wichtig, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die die Dinge einfach halten, sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und es richtig machen.

In der November-Ausgabe des Greenbone Threat Report untersuchen wir einige kürzlich veröffentlichte Berichte des BSI und der CISA, um zu sehen, wie die staatlichen Cybersicherheitsbehörden die aktuelle Bedrohungslage einschätzen, und berichten anschließend über die dringendsten und am häufigsten ausgenutzten Schwachstellen dieses Monats. In Anbetracht des hohen Risikos, das die aktuelle Bedrohungslage im Bereich der Cybersicherheit darstellt, ist es wichtig, den Grundlagen der IT-Sicherheit – und dem Softwaredesign – Priorität einzuräumen, um zu vermeiden, dass der Betrieb auf einem sprichwörtlichen Kartenhaus aufgebaut wird.

BSI veröffentlicht IT-Sicherheitsbericht für 2024

Die Politik in der EU entwickelt sich als Reaktion auf die zunehmenden Cyberrisiken rasch weiter. Cybersicherheit für alle erfordert grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf vielen Ebenen. Laut dem zusammenfassenden Bericht von 2024 konzentriert sich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf die Harmonisierung nationaler Spezifikationen mit bewährten Verfahren im Bereich der Cybersicherheit und prüft gleichzeitig die wirtschaftliche und technische Durchführbarkeit neuer Maßnahmen. Die als „Europäisierung der Cybersicherheit“ bezeichnete europäische Normung und die Zusammenarbeit Deutschlands mit den drei europäischen Normungsorganisationen CEN, CENELEC und ETSI fördern einen risikobasierten Ansatz zur Durchsetzung bewährter Sicherheitsverfahren bei kritischen Infrastrukturen und Anbietern praktisch aller digitalen Produkte.

Im Rahmen des Cyber Resilience Act (CRA) wird jeder Mitgliedstaat befugt sein, nicht konforme Produkte vom Markt zu nehmen und Anbieter zu bestrafen, die gegen die Vorschriften verstoßen. „Wichtige Produkte“ (Klasse I) wie Passwortmanager und Router müssen harmonisierten europäischen Normen (hEN) entsprechen. Bezüglich NIS2 hat das BSI im Jahr 2024 bisher 726 Meldungen mit 141 Vorfällen aus kritischen Infrastruktureinrichtungen erhalten. Darunter fallen Sektoren wie Gesundheitswesen, Energie, Wasser, Lebensmittel, IT und Telekommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und andere mehr.

Das BSI beobachtete auch einen allgemeinen Anstieg neuer Malware-Varianten und einen Anstieg von 256 % bei Malware, die Windows ausnutzt. Die Lektüre des vollständigen Berichts gibt Aufschluss über Trends im Verhalten der Angreifer, wie z. B. die Zunahme von BYOVD-Angriffen (Bring Your Own Vulnerable Driver), mit denen EDR-Sicherheitsprodukte deaktiviert werden können. Hinzu kommen die anhaltenden Bemühungen, Botnetze zu versenken, die zu Massenangriffen in großem Umfang beitragen, und die wachsende Fragmentierung der Cyberkriminalität in Gruppen, die den ersten Zugang vermitteln sowie die zweite Stufe der Ransomware.

Was bedeuten diese Beobachtungen für Greenbone und Schwachstellenmanagement im Allgemeinen? Ein effektives Schwachstellenmanagement und die Prüfung der Einhaltung von Vorschriften sind zwar nur ein Teil des Puzzles der Cybersicherheit im Unternehmen, aber das Schließen bekannter Sicherheitslücken und die regelmäßige Bestätigung starker Sicherheitskonfigurationen ist eine wichtige Kernkompetenz, die alle Unternehmen beherrschen müssen.

CISAs Top-Schwachstellen für 2023 geben Aufschluss

Der Bericht „2023 Top Routinely Exploited Vulnerabilities“ der Cybersecurity & Infrastructure Security Agency (CISA) stellt fest, dass die Zahl der ausgenutzten Zero-Day-Schwachstellen im Vergleich zu 2022 zugenommen hat und dass diese bei Angriffen auf hochrangige Ziele verwendet werden. Neben den Zero-Days listet der Bericht die 47 häufigsten CVEs (Common Vulnerabilities and Exposures) auf, die von Angreifern ausgenutzt werden. Netzwerke (40 %) und Produktivitätssoftware (34 %) bilden die überwiegende Mehrheit der hochgradig gefährdeten CVEs. Auch bei der Art der am häufigsten ausgenutzten Softwarefehler ist ein deutlicher Trend zu erkennen. Der falsche Umgang mit nicht vertrauenswürdigen Eingaben macht 38 % der am häufigsten angegriffenen Softwarefehler aus, während die unsachgemäße Authentifizierung und Autorisierung 34 % ausmachen. Leider sind die Überlegungen zur Absicherung dieser Schwachstellen elementar und werden im Grundkurs für Anwendungsdesign behandelt. Außerdem befinden sich 90 % der am häufigsten ausgenutzten Schwachstellen in proprietären Closed-Source-Produkten, was darauf hindeutet, dass Cyberkriminelle nicht durch Reverse-Engineering-Schranken behindert werden.

Während die EU motiviert ist, die Sicherheit durch gesetzliche Vorschriften zu verbessern, plädiert die CISA weiterhin dafür, dass Softwarehersteller die Grundsätze des „Secure by Design“ während der Entwicklungsphasen anwenden. Sie schlagen auch vor, dass mehr Pay-to-Hack Bug Bounty-Programme Anreize für ethische Sicherheitsforscher schaffen könnten.

Kritische Lücken in Palo Alto-Produkten

Am 8. November 2024 veröffentlichte Palo Alto Networks einen Sicherheitshinweis, der eine Zero-Day-RCE-Schwachstelle (Remote-Code-Execution) im Betriebssystem PAN-OS aufdeckte. Der Hinweis wurde bald aktualisiert, nachdem klar war, dass die Schwachstelle aktiv ausgenutzt wurde. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der neuen Sicherheitslücken in Palo Alto-Produkten, die im November 2024 bekannt wurden.

  • CVE-2024-0012 (CVSS 9.8 Hoch): Eine Umgehung der Authentifizierung in PAN-OS ermöglicht den unauthentifizierten Zugriff auf Administratorenrechte. Angreifer können administrative Aktionen durchführen, die Konfiguration manipulieren oder andere authentifizierte Schwachstellen zur Rechteerweiterung wie CVE-2024-9474 ausnutzen.
  • CVE-2024-9474 (CVSS 7.2 Hoch): Eine Schwachstelle in der PAN-OS-Software ermöglicht es PAN-OS-Administratoren, Aktionen auf der Firewall mit Root-Rechten auszuführen.
  • CVE-2024-9463 (CVSS 7.5 Hoch): Eine Command-Injection-Schwachstelle in Expedition ermöglicht es einem nicht authentifizierten Angreifer, beliebige OS-Befehle als Root auszuführen. Dies gestattet die unbefugte Offenlegung von Benutzernamen, Klartextpasswörtern, Gerätekonfigurationen und Geräte-API-Schlüsseln von PAN-OS Firewalls.
  • CVE-2024-9465 (CVSS 9.1 Hoch): Eine SQL-Injektion könnte es einem nicht authentifizierten Angreifer ermöglichen, Inhalte der Expedition-Datenbank, wie Passwort-Hashes, Benutzernamen, Gerätekonfigurationen und Geräte-API-Schlüssel, offenzulegen oder beliebige Dateien auf dem Expedition-System zu erstellen und zu lesen.
  • CVE-2024-5910 (CVSS 9.8 Hoch): Eine fehlende Authentifizierung für eine kritische Funktion in Expedition kann dazu führen, dass ein Administratorkonto aus der Ferne übernommen wird und Konfigurationsgeheimnisse, Anmeldeinformationen und andere Daten offengelegt werden.

Greenbone kann alle neuen CVEs erkennen, die in Palo Alto-Geräten im November 2024 veröffentlicht wurden. Idealerweise stellen Sie sicher, dass die Netzwerkverwaltungsschnittstellen nicht über das öffentliche Internet zugänglich sind, und verwenden Sie am besten eine Firewall-Konfiguration, um den Zugriff von nicht autorisierten internen Netzwerk-Endpunkten zu verhindern.

Kritische US-Telekommunikationsinfrastrukturen angegriffen

Die jüngsten Sicherheitsverletzungen bei großen US-Telekommunikationsanbietern sind eine deutliche Warnung für alle Unternehmen, die komplexe IT-Infrastrukturen in großem Umfang betreiben. Die Schuld wird chinesischen Hackergruppen zugeschrieben, die Berichten zufolge den Zugang zum Abhören von Anrufen politischer Beamter in den USA, zu SMS-Nachrichten und zu abgefangenen mobilen Metadaten nutzten. Laut Adam Meyers, Vice President of Intelligence bei CrowdStrike, umgehen die Bedrohungsakteure die Notwendigkeit, in die einzelnen Netzwerke ihrer Ziele einzudringen, indem sie die Telekommunikationsnetze direkt angreifen. Angesichts der großen Zahl kritischer Schwachstellen in Produkten von US-Netzwerkanbietern wie Palo Alto Networks, Oracle, Cisco, Citrix, Ivanti, Broadcom, Microsoft und Fortinet würde eine intensivere Prüfung der Anwendungssicherheit das Risiko für deren Hauptkunden – US-Unternehmen im In- und Ausland und andere große globale Firmen – erheblich verringern.

Liminal Panda, Salt Typhoon, Volt Typhoon und andere sind dafür bekannt, dass sie „Schatten-IT“ angreifen – ältere mobile Protokolle, von denen IT-Administratoren nicht wissen, dass sie noch aktiv sind oder aktiv überwacht werden. Raffinierte, hochqualifizierte APT-Akteure sind äußerst anpassungsfähig und verfügen über die Ressourcen, um Malware für praktisch jede bekannte Schwachstelle zu entwickeln, die ausgenutzt werden kann, sowie aktiv Zero-Day-Exploits zu entwickeln, die noch unbekannt sind.

5 Schwachstellen bei der Eskalation von Privilegien in Ubuntus Needrestart

Eine Schwachstelle in Ubuntus Needrestart-Funktion könnte es einem nicht privilegierten lokalen Angreifer ermöglichen, Shell-Befehle als Root-Benutzer auszuführen. Die neuen CVEs betreffen alle Versionen von Needrestart, die bis 2014 zurückreichen. Needrestart bestimmt, ob Prozesse neu gestartet werden müssen, nachdem systemweite Pakete aktualisiert wurden, um einen vollständigen Neustart zu vermeiden, und wird durch den apt-Package-Manager aufgerufen. Die Schwachstelle wird verursacht, wenn nicht vertrauenswürdige Daten wie Umgebungsvariablen nicht sauber an die Module::ScanDeps-Bibliothek übergeben werden, die als root ausgeführt wird. Diese Umgebungsvariablen auf Benutzerebene können auch die Python- und Ruby-Interpreter während der Ausführung von Needrestart beeinflussen.

Die Schwachstellen können durch ein Update von Needstart auf eine gepatchte Version oder durch Deaktivieren der Interpreter-Scan-Funktion durch Setzen von $nrconf{interpscan} = 0 in der Konfigurationsdatei needrestart.conf entschärft werden. Greenbone enthält eine Erkennung für alle CVEs, die mit der Needrestart-Funktion zusammenhängen [1][2][3].

Hier eine kurze Beschreibung der neu veröffentlichten CVEs:

  • CVE-2024-11003 (CVSS 7.8 Hoch): Ungeschützte Daten, die an die Module::ScanDeps-Bibliothek übergeben werden, könnten einem lokalen Angreifer erlauben, beliebige Shell-Befehle auszuführen.
  • CVE-2024-10224 (CVSS 5.3): Ungeprüfte Eingaben, die an die Module::ScanDeps-Bibliothek übergeben werden, erlauben die Ausführung beliebiger Shell-Befehle durch das Öffnen einer „problematischen Leitung“ (z.B. durch die Übergabe von „commands|“ als Dateiname) oder durch die Übergabe beliebiger Strings an eval().
  • CVE-2024-48990 (CVSS 7.8 Hoch): Ermöglicht lokalen Angreifern die Ausführung von beliebigem Code als Root, indem sie Needrestart über die Umgebungsvariable PYTHONPATH dazu bringen, den Python-Interpreter auszuführen.
  • CVE-2024-48991 (CVSS 7.8 Hoch): Ermöglicht lokalen Angreifern, beliebigen Code als Root auszuführen, indem sie eine Wettlaufsituation nutzen und Needrestart auf einen gefälschten Python-Interpreter statt auf den echten Python-Interpreter des Systems verweisen.
  • CVE-2024-48992 (CVSS 7.8 Hoch): Ermöglicht lokalen Angreifern die Ausführung von beliebigem Code als Root, indem sie Needrestart über die Umgebungsvariable RUBYLIB dazu bringen, den Ruby-Interpreter auszuführen.

Kritische RCE-Schwachstellen in VMware vCenter: Aller guten Dinge sind drei?

VMware hat mit der Herausforderung zu kämpfen, kritische Sicherheitslücken in den vCenter-Serverprodukten effektiv zu schließen. Broadcom, zu dem VMware gehört, veröffentlichte im September zunächst Patches für zwei wichtige Schwachstellen in vCenter: CVE-2024-38812 (CVSS 9.8 Hoch), die als Heap-Overflow-Schwachstelle in der Implementierung des DCERPC-Protokolls eingestuft wird, und CVE-2024-38813 (CVSS 9.8 Hoch), die eine Ausweitung der Berechtigungen über speziell gestaltete Netzwerkpakete ermöglicht.

Diese ersten Patches waren jedoch unzureichend, sodass im Oktober eine zweite Runde von Patches durchgeführt wurde. Trotz dieser Bemühungen wurde im November bestätigt, dass die CVEs immer noch anfällig waren und in freier Wildbahn ausgenutzt wurden. vCenter ist aufgrund seiner weiten Verbreitung ein Hauptziel für Angreifer, und die Situation verdeutlicht die anhaltenden Sicherheitsprobleme. VMware-Anwender sollten umgehend Patches anwenden. Wenn CVEs wie diese in VMware vCenter mit neuen Informationen aktualisiert werden, überprüft das Greenbone-Team von Sicherheitsanalysten die Änderungen und aktualisiert unsere Schwachstellentests entsprechend.

Helldown Ransomware gegen Zyxel und Kunden

Im November 2024 wurde eine Linux-Variante der Helldown-Ransomware-Nutzlast entdeckt. Es ist bekannt, dass Helldown das IPSec-VPN von Zyxel-Geräten über CVE-2024-42057 (CVSS 8.1 High) für den Erstzugang ausnutzt. Nachdem er Fuß gefasst hat, stiehlt Helldown alle zugänglichen Anmeldedaten und erstellt neue Benutzer und VPN-Tunnel, um die Persistenz zu gewährleisten. Die neue Variante zielt auf virtuelle VMware ESXi-Maschinen ab, um deren Daten zu exfiltrieren und zu verschlüsseln. Diese Technik wird auch von anderen Ransomware-Gruppen wie der Play-Gang verwendet.

Die Ransomware-Gruppe Helldown gilt als aufkommende Bedrohung und hat seit August über 30 Opfer gefordert, darunter auch Zyxel selbst. Der Hersteller hat einen Artikel veröffentlicht, in dem die Angriffe bestätigt und Anweisungen zur Schadensbegrenzung gegeben werden, und der Security-Anbieter Truesec hat bekannte Helldown-TTPs (Tactics Techniques and Procedures) aus seinen Reaktionen veröffentlicht. Greenbone ist in der Lage, alle Schwachstellen zu erkennen, von denen bekannt ist, dass sie mit Helldown-Ransomware-Angriffen in Verbindung stehen, einschließlich CVE-2024-42057 in Zyxel-Produkten [1][2][3] sowie bekannter Software-Schwachstellen, die von anderen Ransomware-Bedrohungsakteuren genutzt werden, um anfänglichen Zugriff zu erlangen, Privilegien zu erweitern und sich seitlich zu hochwertigen Zielen im Netzwerk des Opfers zu bewegen.

Zusammenfassung

Von den Fortschritten in der EU-Politik bis hin zu den Erkenntnissen der CISA über ausgenutzte Schwachstellen: Die Notwendigkeit besserer Softwareentwicklungspraktiken, eines effektiven Schwachstellenmanagements und einer umfassenden Verteidigung ist offensichtlich. Die Ereignisse des Monats November, wie die Zero-Days von Palo Alto, die Needrestart-Schwachstellen von Ubuntu und die anhaltenden Herausforderungen von VMware vCenter, unterstreichen die Bedeutung einer rechtzeitigen Überwachung und des Patchens kritischer Infrastrukturen. Neue Bedrohungen wie Helldown Ransomware verstärken die Notwendigkeit proaktiver Verteidigungsstrategien. Greenbone unterstützt Unternehmen auch weiterhin, indem es kritische Schwachstellen aufspürt, verwertbare Erkenntnisse liefert und sich für einen sicherheitsorientierten Ansatz mit grundlegenden Best Practices für die IT-Sicherheit einsetzt.

In Krankenhäusern, Arztpraxen, Labors und beim Konsumenten finden sich für Angreifer attraktive Gesundheitsdaten. Der aktuelle Sicherheitsbericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) zeigt, dass es Angreifer immer attraktiver finden, diese abzuschöpfen.

Seit mehreren Jahren verpflichten die „Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit“ (NIS) und die KRITIS-Gesetzgebungen Institutionen in elf Sektoren dazu, stärkere und präzisere Sicherheitsmaßnahmen anzuwenden – inklusive Meldepflichten, Risikoanalysen und Resilienz-Pläne. Das zeigt im Gesundheitssektor bereits Wirkung: Laut einer aktuellen BSI-Studie landet Healthcare im Jahr 2024 auf Platz zwei bei der Anzahl gemeldeter Datenlecks. Spätestens jetzt ist auch hier Zeit zum Handeln.

Jeder fünfte Vorfall kommt aus dem Healthcare-Sektor

Von den 726 im letzten Jahr beim BSI gemeldeten Vorfällen stammen gut ein Viertel aus dem Transport- und Verkehrssektor, über 19,5 % aber bereits aus der Gesundheitsbranche. Knapp dahinter: Energie (18,8 %) und Finanz- und Versicherungswesen mit 16,5 %. Die Bedrohungslage ist hoch, erst recht in Krankenhäusern und Einrichtungen des Healthcare-Sektors – auch wenn die Meldezahlen mit Vorsicht zu genießen sind. Ob beispielsweise Banken eine ebenso hohe Motivation bei der Meldung von Einbrüchen haben wie Krankenhäuser, erscheint da fraglich.

Dass Gesundheitsdaten im BSI-Report nur auf Platz acht der geleakten Daten landen, darf von der Gefährdung dagegen nicht ablenken. Zum einen sind dort die geleakten Daten der Statistik anhand der Häufigkeit sortiert, und fast alle häufiger geleakten Informationen kommen auch in anderen Kontexten vor (ausgenommen vielleicht die Sozialversicherungsnummer). Doch Bezahldaten, Namen und Adressen sind Daten, die für Angreifer prinzipiell viel attraktiver sein dürften, als die „nackten“ Gesundheitsdaten es sind.

Vorschriften des KRITIS-Dachgesetz

Derweil hat das Kabinett kurz vor Ende der Ampelkoalition noch das KRITIS-Dachgesetz auf den Weg gebracht. Anfang November einigte man sich auf die Details des Gesetzes, das als analoges Komplementär zu NIS2 eine Art schützendes Dach über verschiedene Sektoren spannen soll. Wann der Bundestag das Gesetz noch verabschiedet, ist derweil nicht klar.

Auch der Gesundheitssektor muss ein betriebliches Resilienzmanagement einführen, und dazu gehören die Einrichtung eines betrieblichen Risiko- und Krisenmanagements, die Durchführung von Risikoanalysen und -bewertungen, die Erstellung von Resilienzplänen und die Umsetzung geeigneter Maßnahmen (technisch, personell und organisatorisch) – alles gemessen und organsiert mit Hilfe von „Business Continuity Management“-Systemen (BCMS) und „Information Security Management“-Systemen (ISMS).

Gemessen werden BCMS und ISMS anhand von Reifegraden (von 1 bis 5; je höher, desto besser). Im angesprochenen BSI-Report zeigt sich deren Implementierung noch durchwachsen. Institutionen des Gesundheitswesens liegen im Mittelfeld. Die meisten haben ISMS und BCMS implementiert, aber nur wenige prüfen sie regelmäßig auf Effektivität oder verbessern sie.

Bei den vorgeschriebenen Systemen zur Angriffserkennung haben die meisten Akteure bereits mit der Umsetzung begonnen und die Muss-Bedingungen umgesetzt, nur ein kleiner Teil jedoch hat auch die Soll-Anforderungen etabliert. Einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess haben hier nur die wenigsten.

Besondere Bedrohungen im Gesundheitssektor

Auch für Krankenhäuser, Arztpraxen und andere Institutionen gelten die gleichen Regeln und Erfahrungen: Das IT-Sicherheitsmagazin CSO online berichtet von 81 % mehr Ransomware-Angriffen in den letzten Jahren, wobei über 91 Prozent der „Malware-bezogenen Sicherheitsverletzungen“ 2024 mit Ransomware zu tun hatten. Dagegen, so CSO, schützen nur „Multi-Faktor-Authentifizierung und Erkennungs- und Reaktionstechnologien“, wie sie Greenbone mit seinem Schwachstellenmanagement anbietet. Davor sind auch Clouds nicht gefeit: 53 % der Administratoren im Gesundheitswesen geben gegenüber CSO an, „im letzten Jahr einen Cloud-bezogenen Datenverstoß erlebt“ zu haben. Zudem richten Angreifer ihren Fokus zunehmend auf Webseiten, Bot-Netze, Phishing-Aktivitäten und die wachsende Anzahl anfälliger IoT-Geräte, sowohl im Consumer-Bereich als auch an der Netzwerk-Peripherie (Edge).

“The Future of the enterprise is private”: Das hat kein Geringerer als Broadcom-CEO Hock Tan in einem Blogpost verkündet. Gerade Broadcom hat bisher durch eine sehr offensive Preispolitik versucht, die vielen VMware-Kunden in die Cloud zu drängen. Jetzt will man damit offenbar aufhören. Das Virtualisieren on Premise – und damit teilweise auch die Rückkehr in die Private Cloud sind wieder “in”. Den Wandel bei Broadcom hat das Kundenfeedback ausgelöst, und das macht es besonders interessant.

Technologieanwender wollen die drei „C“ beherrschen:  Complexity, Costs, Control. Jedes Lösungsszenario muss sich dem stellen – insbesondere gilt dies auch für Cloud-Angebote. Ist die Abhängigkeit von einem proprietären Produktangebot sowieso schon deutlich größer als bei einem Open-Source-Produkt, so gilt das für ein Cloud-Angebot umso stärker.

Complexity

Vor allem wenn die entsprechenden Angebote nicht offenen Standards folgen, was in der Regel der Fall ist, ist die Portierbarkeit von Lösungen schwierig. Hyperscaler verstehen sich demzufolge zunehmend stärker als „Platform as a Service“-Anbieter, denn als Anbieter für „Infrastructure as a Service“. Wer den Verlockungen der technisch hochwertigen Komponenten erliegt, ist dem Preismodell des Anbieters ausgeliefert. Das spüren immer mehr Unternehmen und setzen daher auf eine größere Souveränität.

Costs

Cloud-Infrastrukturen werden zunehmend komplexer, und wer schon gesehen hat, wie die Kosten für seine Containerisierung und „Clusterisierung“ nach oben davonrennen, wünscht sich zunehmend auch eine einfachere Virtualisierung. In kritischen Anwendungsfällen wie bei Sicherheitslösungen ist nach wie vor auch Hardware gefragt.

Control

Das stärkste Argument ist jedoch vermutlich “Control”. Es vereint die Kosten und die Komplexität und fügt noch einen wichtigen Aspekt hinzu. Abhängigkeit und Kontrolle schließen sich aus. Jede Organisation, die Technologien nutzt, muss zumindest so viel Kontrolle behalten, wie sie Verantwortung über Sicherheit und Verfügbarkeit übernimmt. Wenn sie zudem Handlungsspielräume nutzen will, braucht sie Unabhängigkeit.

Die Herausforderung für die IT-Verantwortlichen ist zunehmend, die Balance zwischen der Nutzung selbst gefertigter Lösungen und vorgefertigter Dienste zu finden. Während es in den vergangenen Jahren einen klaren Trend zu letzteren gab, sehen wir heute erste Indikatoren, dass sich dieser Trend abschwächt. Vor allem scheint es keine Lösung zu sein, alles in Clouds zu bewegen.

Perspektiven

Wie es auch ohne Clouds gehen kann, zeigt überraschenderweise der stark wachsende Sektor der Künstlichen Intelligenz (KI). Immer öfter stellen sich Unternehmen und Organisationen die Frage, ob sie hier wirklich das große Sprachmodell brauchen und ob dessen Einsatz den damit verbundenen Datenabfluss rechtfertigt. Im Office einer Werbeagentur ist das vielleicht nicht kritisch, aber in sicherheitsrelevanten Branchen wird Datensouveränität mehr und mehr zum Thema.

Daher wächst beispielsweise im militärischen Bereich die Nachfrage nach mobilen KI-Lösungen, die mit deutlichen geringeren Ressourcen auskommen. Nicht überall ist KI auf Edge-Geräten die Lösung, aber oft kann es so sein. Auch private Clouds sind eine gute Alternative zu ChatGPT & Co. So wird On Premise sogar im Hype-Thema KI ein immer prominenteres Thema, da dort Datenhoheit und Transparenz eine besondere Rolle spielen. Die Entwicklung immer effizienterer Modelle trägt zusätzlich zum Abzug aus der Cloud bei. Neben den Aspekten Cost, Control und Complexity haben diese Modelle noch einen weiteren großen Vorteil: sie brauchen deutlich weniger Energie. Vielleicht wird so eine „Green KI“ zum nächsten Hype.

Die Singapore International Cyber Week (SICW) zählt zu den bedeutendsten Veranstaltungen zur Cybersicherheit weltweit. Wir konnten dort unsere Lösungen einem internationalen Publikum vorstellen – und stießen dabei auf großes Interesse, führten inspirierende Gespräche und erhielten wertvolles Feedback. Drei erfolgreiche Tage in Singapur und ein wichtiger Schritt, um unsere internationale Präsenz zu stärken!

Greenbone-Team und Partner beim gemeinsamen Gruppenfoto am Messestand auf der Singapore International Cyber Week 2024.

Seit ihrer Einführung bringt die SICW jährlich führende Unternehmen, Start-ups, Regierungsorganisationen und Sicherheitsbehörden aus der ganzen Welt zusammen. Ziel ist es, Wissen zu teilen, Partnerschaften zu fördern und innovative Lösungen zu präsentieren, die den wachsenden Herausforderungen im Bereich Cybersicherheit gerecht werden.  Die von der Cyber Security Agency of Singapore (CSA) organisierte Veranstaltung wurde 2016 ins Leben gerufen und findet seitdem jährlich in Singapur statt.

In diesem Jahr hatte Greenbone die Ehre, als Technologiepartner von Huawei auf der SICW vertreten zu sein. An drei spannenden Tagen präsentierten wir unsere Enterprise Appliances einem internationalen Publikum und waren begeistert von der Resonanz.

Großes Interesse an Greenbone-Lösungen 

Wir waren überwältigt vom positiven Feedback der Besucher zu unseren Lösungen – für uns ein starkes Zeichen, dass unsere Cybersicherheitslösungen auch für den asiatischen Markt sehr wichtig sind. Immer wieder haben wir in zahlreichen Gesprächen gemerkt, wie groß das Interesse an einem Schwachstellenscanner mit exzellentem Feed ist, der sich auf das Wesentliche konzentriert und gleichzeitig über seine API die Anbindung an andere Systeme erlaubt.

Prominente Besucher und inspirierende Gespräche 

Besonders gefreut hat uns, dass wir sogar prominente Persönlichkeiten am Stand begrüßen durften. Ein echtes Highlight war der Besuch von John Tan, Commissioner of Cybersecurity und Chief Executive der Cyber Security Agency of Singapore. Sein Interesse und die zahlreichen Gespräche mit potenziellen Kunden und Partnern haben uns darin bestärkt, in Asien weiter Fuß zu fassen.

Gespräch zwischen Standbesuchern vor dem Greenbone-Display mit Weltkarte und Produktinformationen auf der SICW 2024.

Nicht ganz unerwarteter Star unseres Auftritts war „das Beast“, unser Firmenlogo als Plüschtier. Es zauberte vielen Standbesuchern ein Lächeln ins Gesicht und diente oft als sympathischer Icebreaker, der den Einstieg in angeregte und wertvolle Gespräche erleichterte.

Fazit: Momentum für die Zukunft 

Die SICW war für Greenbone ein großer Erfolg. Wir konnten nicht nur unsere Lösungen einem breiten Publikum vorstellen, sondern auch wertvolle Verbindungen knüpfen und das Interesse am asiatischen Markt spürbar verstärken. Der große Zuspruch und die hohe Nachfrage nach unserem „Beast“ zeigt, dass unsere Marke auch emotional sehr gut ankommt – und wir freuen uns darauf, dieses Momentum weiter zu nutzen. 

Das Common Security Advisory Framework (CSAF) reguliert die Bereitstellung von maschinenlesbaren Sicherheitshinweisen nach einem standardisierten Prozess, damit sie automatisiert ausgetauscht werden können. Greenbone arbeitet kontinuierlich an der Integration von Technologien, die den CSAF 2.0-Standard für die automatisierte Bereitstellung von Cybersecurity-Informationen nutzen. Eine Einführung in CSAF 2.0 und wie es das Schwachstellenmanagement der nächsten Generation unterstützt, finden Sie in einem früheren Blogbeitrag.

Zu Beginn des Jahres 2024 hat der Ausfall der NIST National Vulnerabilities Database (NVD) den Fluss kritischer Cybersicherheitsinformationen an nachgeschaltete Verbraucher unterbrochen. Dies macht das dezentralisierte CSAF 2.0-Modell zunehmend wichtiger für Cybersicherheitsinformationen, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber einem einzelnen Ausfallpunkt zu erhöhen. Wer CSAF 2.0 einführt, kommt einem zuverlässigeren Ökosystem für Cybersicherheitsinformationen einen Schritt näher.


Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung
2. Wer sind die CSAF-Stakeholder?
2.1. Rollen im CSAF 2.0-Prozess
2.1.1. CSAF 2.0 Ausstellende Parteien
2.1.1.1. Die Rolle des CSAF-Publishers
2.1.1.2. Die Rolle des CSAF-Providers
2.1.1.3. Die Rolle des Trusted Providers in CSAF
2.1.2. CSAF 2.0 Datenaggregatoren
2.1.2.1. Die Rolle des CSAF-Listers
2.1.2.2. Die Rolle des CSAF-Aggregators
3. Fazit


1. Zusammenfassung

Dieser Artikel stellt die verschiedenen Akteure und Rollen dar, die in der CSAF-2.0-Spezifikation definiert sind. Die Rollen regeln die Mechanismen zur Erstellung, Verbreitung und Nutzung von Sicherheitshinweisen innerhalb des CSAF-2.0-Ökosystems. Das Verständnis, wer die Stakeholder von CSAF sind und welche standardisierten Rollen das CSAF 2.0-Framework definiert, hilft Security-Verantwortlichen klarer zu sehen, wie CSAF funktioniert, ob es für ihre Organisation von Nutzen sein kann und wie CSAF 2.0 zu implementieren ist.

2. Wer sind die CSAF-Stakeholder?

Auf höchster Ebene hat der CSAF-Prozess zwei primäre Stakeholder-Gruppen: vorgelagerte Produzenten, die Cybersicherheitshinweise im CSAF-2.0-Dokumentenformat erstellen und bereitstellen, und nachgelagerte Konsumenten (Endnutzer), die die Hinweise konsumieren und die darin enthaltenen Sicherheitsinformationen anwenden.

Bei den vorgelagerten Herstellern handelt es sich in der Regel um Anbieter von Softwareprodukten (wie Cisco, Red Hat und Oracle), die für die Aufrechterhaltung der Sicherheit ihrer digitalen Produkte und die Bereitstellung öffentlich zugänglicher Informationen über Schwachstellen verantwortlich sind. Zu den vorgelagerten Akteuren gehören auch unabhängige Sicherheitsforscher und öffentliche Einrichtungen, die als Quelle für Cybersicherheitsinformationen dienen, wie die US Cybersecurity Intelligence and Security Agency (CISA) und das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Zu den nachgelagerten Verbrauchern gehören private Instanzen, die ihre eigene Cybersicherheit verwalten, staatliche CERT-Agenturen, die mit dem Schutz der nationalen IT-Infrastruktur betraut sind, und Managed Security Service Provider (MSSP), die die Cybersicherheit von Kunden überwachen und managen. Die in den CSAF 2.0-Dokumenten enthaltenen Informationen werden von IT-Sicherheitsteams genutzt, um Schwachstellen in ihrer Infrastruktur zu identifizieren und Abhilfemaßnahmen zu planen, und von Führungskräften, um zu beurteilen, wie IT-Risiken den Betrieb beeinträchtigen.

Schaubild zu den CSAF 2.0 Stakeholdern: Links die Upstream Producers wie Softwareanbieter, Behörden und Forscher, rechts die Downstream Consumers wie CERTs, SOC-Teams und Sicherheitsplattformen – verbunden durch das CSAF 2.0 Advisory Format.

Der CSAF-2.0-Standard definiert spezifische Rollen für vorgelagerte Hersteller, die ihre Beteiligung an der Erstellung und Verbreitung von Hinweis-Dokumenten beschreiben. Diese offiziell definierten Rollen sehen wie folgt aus:

2.1. Rollen im CSAF 2.0-Prozess

CSAF 2.0-Rollen werden in Abschnitt 7.2 definiert. Sie werden in zwei verschiedene Gruppen unterteilt: Ausstellende Parteien („Issuer“) und Datenaggregatoren („Aggregatoren“). Erstere sind direkt an der Erstellung von Beratungsdokumenten beteiligt. Letztere sammeln diese Dokumente und verteilen sie an die Endnutzer, um die Automatisierung für die Verbraucher zu unterstützen. Eine einzelne Organisation kann sowohl die Rolle des Ausstellers als auch die des Aggregators übernehmen, diese Funktionen sollten jedoch als separate Einheiten betrieben werden. Selbstverständlich müssen Organisationen, die als vorgelagerte Produzenten agieren, auch ihre eigene Cybersicherheit gewährleisten. Daher können sie auch nachgelagerte Verbraucher sein, die CSAF-2.0-Dokumente aufnehmen, um ihre eigenen Aktivitäten im Bereich des Schwachstellenmanagements zu unterstützen.

Diagramm der CSAF 2.0 Upstream-Rollen mit den Gruppen Issuing Parties (Producer, Provider, Trusted Provider) und Data Aggregators (Lister, Aggregator), die Cybersicherheitshinweise an Downstream Consumers weiterleiten.

Die spezifischen Verantwortlichkeiten der CSAF-2.0-Issuer und Datenaggregatoren stellen sich wie folgt dar:

2.1.1. CSAF 2.0 Ausstellende Parteien

Issuers sind die Quelle der CSAF-2.0-Cybersecurity-Hinweise. Sie sind jedoch nicht für die Übermittlung der Dokumente an die Endnutzer verantwortlich. Sie müssen angeben, wenn sie nicht wollen, dass ihre Hinweise von Datenaggregatoren aufgelistet oder gespiegelt werden. Außerdem können CSAF 2.0-Aussteller auch als Datenaggregatoren fungieren.

Hier sind die einzelnen Unterrollen innerhalb der Gruppe der ausstellenden Parteien:

2.1.1.1. Die Rolle des CSAF-Publishers

Publisher sind in der Regel Organisationen, die Hinweise nur im Namen ihrer eigenen digitalen Produkte entdecken und weitergeben. Sie müssen die Anforderungen 1 bis 4 in Abschnitt 7.1 der CSAF 2.0-Spezifikation erfüllen. Dies bedeutet, dass sie strukturierte Dateien mit gültiger Syntax und Inhalten herausgeben, die den in Abschnitt 5.1 beschriebenen CSAF 2.0-Dateinamenskonventionen entsprechen, und sicherstellen, dass die Dateien nur über verschlüsselte TLS-Verbindungen verfügbar sind. Außerdem müssen sie alle als TLP:WHITE klassifizierten Hinweise öffentlich zugänglich machen.

Alle Publisher müssen über ein öffentlich zugängliches provider-metadata.json-Dokument verfügen, das grundlegende Informationen über die Organisation, ihren CSAF-2.0-Rollenstatus und Links zu einem öffentlichen OpenPGP-Schlüssel enthält, mit dem das provider-metadata.json-Dokument digital signiert wird, um seine Integrität zu verifizieren. Diese Informationen werden von Softwareanwendungen verwendet, die die Hinweise der Publisher für Endbenutzer anzeigen.

2.1.1.2. Die Rolle des CSAF-Providers

Provider stellen CSAF-2.0-Dokumente für die breitere Gemeinschaft zur Verfügung. Zusätzlich zur Erfüllung der gleichen Anforderungen wie ein Publisher muss ein Provider seine provider-metadata.json.-Datei nach einer standardisierten Methode bereitstellen (mindestens eine der Anforderungen 8 bis 10 aus Abschnitt 7.1), eine standardisierte Verteilung für seine Hinweise verwenden und technische Kontrollen implementieren, um den Zugang zu allen Hinweisdokumenten mit dem Status TLP:AMBER oder TLP:RED zu beschränken.

Provider müssen außerdem wählen, ob sie die Dokumente auf der Grundlage eines Verzeichnisses oder auf der Grundlage von ROLIE verteilen wollen. Einfach ausgedrückt, stellt die verzeichnisbasierte Verteilung Hinweisdokumente in einer normalen Verzeichnispfadstruktur zur Verfügung, während ROLIE (Resource-Oriented Lightweight Information Exchange) [RFC-8322] ein RESTful-API-Protokoll ist, das speziell für die Automatisierung der Sicherheit, die Veröffentlichung, das Auffinden und die gemeinsame Nutzung von Informationen entwickelt wurde.

Verwendet ein Provider die ROLIE-basierte Verteilung, muss er auch die Anforderungen 15 bis 17 aus Abschnitt 7.1 erfüllen. Verwendet ein Provider die verzeichnisbasierte Verteilung, so muss er alternativ die Anforderungen 11 bis 14 aus Abschnitt 7.1 erfüllen.

2.1.1.3. Die Rolle des Trusted Providers in CSAF

Trusted Provider sind eine besondere Klasse von CSAF-Providern, die sich ein hohes Maß an Vertrauen und Zuverlässigkeit erworben haben. Sie müssen sich an strenge Sicherheits- und Qualitätsstandards halten, um die Integrität der von ihnen ausgestellten CSAF-Dokumente zu gewährleisten.

Zusätzlich zur Erfüllung aller Anforderungen an einen CSAF-Provider müssen Trusted Provider auch die Anforderungen 18 bis 20 aus Abschnitt 7.1 der CSAF 2.0-Spezifikation erfüllen. Diese beinhalten die Bereitstellung eines sicheren kryptographischen Hashs und einer OpenPGP-Signaturdatei für jedes ausgegebene CSAF-Dokument und sie stellen sicher, dass der öffentliche Teil des OpenPGP-Signierschlüssels öffentlich zugänglich gemacht wird.

2.1.2. CSAF 2.0 Datenaggregatoren

Datenaggregatoren konzentrieren sich auf die Sammlung und Weiterverteilung von CSAF-Dokumenten. Sie fungieren als Verzeichnis für CSAF-2.0-Issuers und deren Hinweis-Dokumente sowie als Vermittler zwischen Issuers und Endanwendern. Eine einzelne Instanz kann sowohl als CSAF-Lister als auch als Aggregator fungieren. Datenaggregatoren können je nach den Bedürfnissen ihrer Kunden wählen, welche Hinweis-Dokumente von vorgelagerten Publishern sie auflisten oder sammeln und weiterverteilen.

Hier sind einzelne Unterrollen in der Gruppe der Datenaggregatoren:

2.1.2.1. Die Rolle des CSAF-Listers

Sogenannte „Lister“ sammeln CSAF-Dokumente von mehreren CSAF-Herausgebern und listen sie an einem zentralen Ort auf, um das Auffinden zu erleichtern. Der Zweck eines Listers ist es, als eine Art Verzeichnis für CSAF 2.0-Hinweise zu fungieren, indem URLs konsolidiert werden, unter denen CSAF-Dokumente abgerufen werden können. Es wird nicht davon ausgegangen, dass ein Lister einen vollständigen Satz aller CSAF-Dokumente enthält.

Lister müssen eine gültige aggregator.json-Datei veröffentlichen, die mindestens zwei separate CSAF-Anbieter auflistet. Während ein Lister auch als Issuer fungieren kann, darf er keine gespiegelten Dateien auflisten, die auf eine Domain unter seiner eigenen Kontrolle zeigen.

2.1.2.2. Die Rolle des CSAF-Aggregators

Die Rolle des CSAF-Aggregators stellt den letzten Wegpunkt zwischen den veröffentlichten CSAF-2.0-Hinweis-Dokumenten und dem Endanwender dar. Aggregatoren bieten einen Ort, an dem CSAF-Dokumente durch ein automatisiertes Tool abgerufen werden können. Obwohl Aggregatoren als konsolidierte Quelle für Cybersicherheitshinweise fungieren, vergleichbar mit NIST NVD oder CVE.org der MITRE Corporation, handelt es sich bei CSAF 2.0 um ein dezentralisiertes Modell, im Gegensatz zu einem zentralisierten Modell. Aggregatoren sind nicht verpflichtet, eine umfassende Liste von CSAF-Dokumenten von allen Herausgebern anzubieten. Außerdem können die Herausgeber ihren CSAF-Beratungsfeed kostenlos zur Verfügung stellen oder als kostenpflichtigen Dienst betreiben.

Ähnlich wie Lister müssen Aggregatoren eine aggregator.json-Datei öffentlich zugänglich machen, und CSAF-Dokumente von jedem gespiegelten Issuer müssen in einem separaten Ordner zusammen mit der provider-metadata.json des Issuers abgelegt werden. Im Wesentlichen müssen Aggregatoren die Anforderungen 1 bis 6 und 21 bis 23 aus Abschnitt 7.1 der CSAF-2.0-Spezifikation erfüllen.

CSAF-Aggregatoren sind auch dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass jedes gespiegelte CSAF-Dokument eine gültige Signatur (Anforderung 19) und einen sicheren kryptografischen Hash (Anforderung 18) besitzt. Wenn die ausstellende Partei diese Dateien nicht zur Verfügung stellt, muss der Aggregator sie erzeugen.

3. Fazit

Das Verständnis der CSAF 2.0-Stakeholder und -Rollen ist entscheidend für die ordnungsgemäße Umsetzung von CSAF 2.0 und die Nutzung der automatisierten Erfassung und Nutzung wichtiger Cybersicherheitsinformationen. Die CSAF 2.0-Spezifikation definiert zwei Hauptinteressengruppen: vorgelagerte Produzenten, die für die Erstellung von Cybersicherheitshinweisen verantwortlich sind, und nachgelagerte Verbraucher, die diese Informationen zur Verbesserung der Sicherheit nutzen. Zu den Rollen innerhalb von CSAF 2.0 gehören Issuer (Herausgeber, Anbieter und vertrauenswürdige Anbieter), die Hinweise erstellen und verteilen, und Datenaggregatoren wie Lister und Aggregatoren, die diese Hinweise sammeln und an die Endnutzer weitergeben.

Die Mitglieder jeder Rolle müssen sich an bestimmte Sicherheitskontrollen halten, die die sichere Übertragung von CSAF 2.0-Dokumenten unterstützen. Das Traffic Light Protocol (TLP) regelt, wie Dokumente freigegeben werden dürfen und welche Zugriffskontrollen erforderlich sind.

Der Oktober war der europäische Aktionsmonat für Cybersecurity (ECSM) und der internationale Monat für  „Cybersecurity Awareness“, unter dem Motto „Secure Our World“. Die Einführung von Best Practices für die Online-Sicherheit von Privatpersonen, Unternehmen und kritische Infrastrukturen ist dieses Jahr von entscheidender Bedeutung. Wir freuen uns, zusätzlich zu unserem Angebot für Schwachstellenmanagement in Unternehmen weitere IT-Sicherheitstools über unsere Community Edition, das Community Portal und das lebhafte Community Forum zugänglich zu machen, wo wir Entwicklungen und Funktionen diskutieren und uns gegenseitig unterstützen.

Unsere Kernbotschaft an die Entscheidungsträger für Cybersicherheit: Patchen oder nicht patchen, ist nicht die Frage. Es geht darum, wie man Schwachstellen und Fehlkonfigurationen erkennt, bevor ein Angreifer sie ausnutzen kann. Proaktives Handeln ist gefragt. Sobald Schwachstellen identifiziert sind, müssen sie priorisiert und behoben werden. Warnungen vor einer aktiven Ausnutzung von Sicherheitslücken können zwar helfen, die Prioritäten richtig zu setzen, aber wenn es um wichtige Systeme geht, müssen auch Handlungen folgen. Mit Hilfe von Leistungsindikatoren können Sicherheitsteams und Entscheidungsträger den Fortschritt quantitativ verfolgen und Bereiche mit Verbesserungsbedarf aufzeigen.

Im Threat Tracking-Blogbeitrag dieses Monats geben wir einen Überblick über die diesjährige Ransomware-Landschaft, einschließlich der Ursachen von Ransomware-Angriffen, und stellen einige der wichtigsten Cyber-Bedrohungen vom Oktober 2024 vor.

Internationale Bemühungen zur Bekämpfung von Ransomware

Die internationale „Initiative zur Bekämpfung von Ransomware“ (Counter Ransomware Initiative; CRI), die sich aus 68 Ländern und Organisationen – ohne Russland und China – zusammensetzt, traf sich in Washington, D.C., um die Widerstandsfähigkeit gegen Ransomware weltweit zu bündeln. Die CRI zielt darauf ab, die weltweiten Ransomware-Zahlungen zu reduzieren, den Rahmen für die Meldung von Vorfällen zu verbessern, Partnerschaften mit der Cyber-Versicherungsbranche zu stärken, um die Auswirkungen von Ransomware-Vorfällen zu verringern, und die Widerstandsfähigkeit durch die Festlegung von Standards und bewährten Verfahren zur Verhinderung von und Wiederherstellung nach Ransomware-Angriffen zu verbessern.

Der Digital Defense Report 2024 von Microsoft hat ermittelt, dass die Zahl der Angriffe im Jahr 2024 zwar gestiegen ist, aber weniger davon die Verschlüsselungsphase erreichen. Das Ergebnis ist, dass insgesamt weniger Opfer Lösegeld zahlen. Die Untersuchungen von Coveware, Kaseya und dem Blockchain-Überwachungsunternehmen Chainanalysis bestätigen ebenfalls niedrigere Auszahlungsraten. Dennoch verzeichnen Ransomware-Banden Rekordgewinne: In der ersten Hälfte des Jahres 2024 wurden mehr als 459 Millionen US-Dollar erpresst. In diesem Jahr wurde mit einer Auszahlung in Höhe von 75 Mio. USD ein neuer Höchststand erreicht, wobei ein Trend zur „Großwildjagd“ zu beobachten ist, die eher auf große als auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) abzielt.

Hauptursache für Ransomware

Wie kommen erfolgreiche Ransomware-Angriffe überhaupt zustande? Hier helfen Ursachenanalysen: Laut einer weltweiten Statista-Umfrage sind ausgenutzte Software-Schwachstellen die Hauptursache für erfolgreiche Ransomware-Angriffe, die in 32 % der erfolgreichen Angriffe eine Rolle spielen. In derselben Umfrage wurde die Kompromittierung von Zugangsdaten als zweithäufigste Ursache genannt, während bösartige E-Mails (Malspam und Phishing-Angriffe) an dritter Stelle stehen. Security-Experten von Symantec stellen fest, dass die Ausnutzung bekannter Schwachstellen in öffentlich zugänglichen Anwendungen zum primären Einstiegsvektor bei Ransomware-Angriffen geworden ist. Auch KnowBe4, ein Anbieter von Sicherheitsinformationen, stuft Social Engineering und ungepatchte Software als Hauptursachen für Ransomware ein.

Diese Ergebnisse bringen uns zurück zu unserer anfänglichen Botschaft und unterstreichen die Bedeutung der branchenführenden Kernkompetenz von Greenbone: die Unterstützung von Verteidigern bei der Identifizierung von Schwachstellen, die in ihrer IT-Infrastruktur lauern, damit sie ausnutzbare Sicherheitslücken beheben und schließen können.

FortiJump: Eine aktiv ausgenutzte Sicherheitslücke in FortiManager

Ende Oktober 2024 warnte Fortinet Kunden vor einer RCE-Schwachstelle kritischen Ausmaßes in FortiManager, dem Flaggschiff-Produkt für das Management von Netzwerksicherheit. Die als „FortiJump“ bezeichnete und als CVE-2024-47575 (CVSS 9.8) geführte Schwachstelle wird als „Fehlende Authentifizierung für kritische Funktion“ [CWE-306] im fgfm-Daemon von FortiManager eingestuft. Googles Mandiant hat rückwirkend Protokolle durchsucht und bestätigt, dass diese Schwachstelle seit Juni 2024 aktiv ausgenutzt wird, und beschreibt die Situation als ein Szenario massenhafter Ausnutzung.

Eine weitere aktiv ausgenutzte Schwachstelle in Fortinet-Produkten, CVE-2024-23113 (CVSS 9.8), wurde im Oktober ebenfalls in den KEV-Katalog der CISA aufgenommen. Diesmal ist der Übeltäter ein extern gesteuerter Format-String in FortiOS, der es einem Angreifer ermöglichen könnte, über speziell gestaltete Pakete nicht autorisierte Befehle auszuführen.

Greenbone kann Geräte erkennen, die für FortiJump anfällig sind, FortiOS-Geräte, die für CVE-2024-23113 [1][2][3] anfällig sind, sowie über 600 weitere Schwachstellen in Fortinet-Produkten.

Iranische Cyber-Akteure im Dienst von Ransomware-Bedrohungen

Das FBI, die CISA, die NSA und andere US-amerikanische und internationale Sicherheitsbehörden haben eine gemeinsame Warnung vor einer vom Iran unterstützten Kampagne herausgegeben, die sich gegen kritische Infrastruktur-Netze richtet, insbesondere in den Bereichen Gesundheitswesen, Regierung, IT, Technik und Energie. Assoziierte Bedrohungsgruppen werden mit Ransomware-Angriffen in Verbindung gebracht, die sich in erster Linie über öffentlich zugängliche Dienste [T1190] wie VPNs Zugang verschaffen. Zu den weiteren Techniken, die in der Kampagne eingesetzt werden, gehören Brute-Force-Angriffe [T1110], Passwort-Spraying [T1110.003] und MFA Fatigue Attacken.

Die Kampagne steht im Zusammenhang mit der Ausnutzung der folgenden CVEs:

  • CVE-2024-24919 (CVSS 8.6), eine Offenlegung von Informationen in Check Point Security Gateway VPNs
  • CVE-2024-21887 (CVSS 9.1), ein Fehler bei der Befehlseingabe in Ivanti Connect Secure und Ivanti Policy Secure
  • CVE-2024-3400 (CVSS 10), ein Fehler bei der Befehlseingabe in Palo Alto Networks PAN-OS
  • CVE-2022-1388 (CVSS 9.8), eine Schwachstelle, die die Umgehung der Authentifizierung in F5 BIG-IP ermöglicht, und CVE-2020-5902 (CVSS 9.8), eine Sicherheitslücke zur Remote Code Execution (RCE) in der Benutzeroberfläche von F5 BIG-IP Traffic Management
  • CVE-2020-1472 (CVSS 5.5), eine Schwachstelle, die zur Ausweitung von Berechtigungen in Microsoft Netlogon Remote Protocol führen kann
  • CVE-2023-3519 (CVSS 9.8), eine Schwachstelle zur unautorisierten RCE und CVE-2019-19781 (CVSS 9.8), eine Sicherheitslücke, die die Umgehung von Verzeichnissen in Citrix Application Delivery Controller und Gateway erlaubt
  • CVE-2019-11510 (CVSS 10), ein nicht autorisiertes Lesen von Dateien und CVE-2019-11539 (CVSS 7.2), ein Fehler zur Remote-Ausführung von Befehlen, beide in Pulse Secure Pulse Connect Secure

Greenbone kann alle CVEs erkennen, die im Zusammenhang mit der Kampagne stehen, und gibt Verteidigern mit einem Überblick die Möglichkeit, das Risiko zu mindern. Darüber hinaus ist die Verhinderung von Brute-Force- und Passwort-Spraying-Angriffen ein elementarer Bestandteil der Cybersicherheit, auch wenn sie nicht als CVE erfasst wird. Zwar bieten viele Authentifizierungsdienste von Haus aus keinen Brute-Force-Schutz, doch können zusätzliche Sicherheitsprodukte so konfiguriert werden, dass nach wiederholten Anmeldefehlern eine Sperrzeit verhängt wird. Greenbone kann die Einhaltung der CIS-Sicherheitskontrollen für Microsoft RDP bescheinigen, einschließlich derjenigen, die Brute-Force- und Password-Spraying-Angriffe bei der Anmeldung verhindern.

Schließlich müssen laut Anhang I, Teil I (2)(d) der EU Cyber Resilience Act (CRA) Produkte mit digitalen Elementen „den Schutz vor unbefugtem Zugriff durch geeignete Kontrollmechanismen gewährleisten“, einschließlich Systemen für Authentifizierung, Identitäts- und Zugriffsmanagement, und sollten auch alle Fälle von unbefugtem Zugriff melden. Dies bedeutet, dass die EU in Zukunft von allen Produkten einen eingebauten Brute-Force-Schutz verlangen wird, anstatt sich auf „Rate Limiting“-Tools von Drittanbietern wie fail2ban für Linux zu verlassen.

Unverschlüsselte Cookies in F5 BIG-IP LTM

Die CISA hat beobachtet, dass Cyber-Bedrohungsakteure unverschlüsselte dauerhafte Cookies auf F5 BIG-IP Local Traffic Manager (LTM) Systemen ausnutzen. Sobald die Cookies gestohlen wurden, werden sie verwendet, um andere interne Netzwerkgeräte zu identifizieren, was wiederum eine passive Erkennung von Schwachstellen innerhalb eines Netzwerks ermöglichen kann. Ähnlich wie die meisten Webanwendungen gibt BIG-IP ein HTTP-Cookie zwischen dem Client und dem Server weiter, um User Sessions zu verfolgen. Das Cookie hat standardmäßig den Namen BIGipServer<pool_name> und sein Wert enthält die verschlüsselte IP-Adresse und den Port des Zielservers.

F5 BIG-IP ist eine Suite zur Verwaltung des Netzwerkverkehrs, und LTM ist das Kernmodul, das für Load Balancing und die Verteilung des Datenverkehrs auf die Server sorgt. Die CISA rät Unternehmen, dafür zu sorgen, dass persistente Cookies verschlüsselt werden. F5 bietet eine Anleitung zur Einrichtung der Cookie-Verschlüsselung und mit BIG-IP iHealth ein Diagnosetool, um unverschlüsselte dauerhafte Profile von Cookies zu erkennen.

Obgleich eine aktive Ausnutzung die Bedrohung für Unternehmen erhöht, die diese Schwachstelle nicht behoben haben, ist die Sicherheitslücke seit Anfang 2018 bekannt. Greenbone bietet seit Januar 2018 eine Erkennung für diese Schwachstelle an, sodass Benutzer die Sicherheitslücke, die durch unverschlüsselte Cookies in F5 BIG-IP LTM entsteht, seit ihrer Offenlegung erkennen und schließen können.

Hochgefährliche Schwachstellen in Palo Alto Expedition

In Expedition, einem Migrationstool von Palo Alto, das den Übergang von Security-Konfigurationen von Drittanbietern zu PAN-OS von Palo Alto vereinfachen soll, wurden mehrere neue hochgefährliche Schwachstellen entdeckt. Obwohl noch nicht in aktiven Kampagnen beobachtet, wurden zwei der insgesamt neun CVEs, die Palo Alto im Oktober zugewiesen wurden, mit EPSS-Scores höher als 98 % aller anderen bewertet.  EPSS (Exploit Prediction Scoring System) ist ein Vorhersagemodell, das mithilfe von Machine Learning die Wahrscheinlichkeit schätzt, dass ein CVE innerhalb von 30 Tagen nach der Vorhersage in freier Wildbahn ausgenutzt wird.

Hier eine kurze technische Beschreibung der einzelnen CVEs:

  • CVE-2024-9463 (CVSS 7.5, EPSS 91.34%): Eine OS-Schwachstelle bei der Befehlseingabe in Palo Altos Expedition erlaubt es einem nicht authentifizierten Angreifer, beliebige OS-Befehle als Root-Dateien in Expedition auszuführen, was zur Offenlegung von Benutzernamen, Klartext-Passwörtern, Gerätekonfigurationen und Geräte-API-Schlüsseln von PAN-OS Firewalls führt.
  • CVE-2024-9465 (CVSS 9.1, EPSS 73.86%): Eine SQL-Injection-Schwachstelle in Palo Altos Expedition ermöglicht es einem nicht authentifizierten Angreifer, sensible Datenbankinhalte wie Passwort-Hashes, Benutzernamen, Gerätekonfigurationen und Geräte-API-Schlüssel auszuspähen. Sobald diese Informationen erlangt wurden, können Angreifer beliebige Dateien auf den betroffenen Systemen erstellen und lesen.

Vier kritische CVEs in Mozilla Firefox

Wie bereits in unserem Threat-Tracking-Blog erwähnt, ist die Browsersicherheit von entscheidender Bedeutung für die Verhinderung von Erstzugriffen, insbesondere bei Arbeitsplatzgeräten. Im Oktober 2024 wurden sieben neue kritische und 19 weitere weniger kritische Sicherheitslücken in Mozilla Firefox < 131.0 und Thunderbird < 131.0.1 bekanntgegeben. Eine davon, CVE-2024-9680, wurde bereits gegen Nutzer des Tor-Netzwerks aktiv ausgenutzt und wurde in den Katalog der bekannten Schwachstellen der CISA aufgenommen. Greenbone enthält Schwachstellentests, um alle betroffenen Mozilla-Produkte zu identifizieren.

Hier die sieben neu veröffentlichten Schwachstellen:

  • CVE-2024-9680 (CVSS 9.8): Angreifer gelangten zu einer unautorisierten RCE, indem sie eine Use-After-Free-Schwachstelle in Animation Timelines ausnutzten. CVE-2024-9680 wird in freier Wildbahn ausgenutzt.
  • CVE-2024-10468 (CVSS 9.8): Mögliche Laufbedingungen in IndexedDB können Speicher beschädigen, was zu einem potenziell ausnutzbaren Absturz führt.
  • CVE-2024-9392 (CVSS 9.8): Ein kompromittierter Inhaltsvorgang ermöglicht das willkürliche Laden von Cross-Origin-Seiten.
  • CVE-2024-10467, CVE-2024-9401 und CVE-2024-9402 (CVSS 9.8): In Firefox vorhandene Speicherfehler zeigten Anzeichen von Speicherbeschädigung. Sicherheitsexperten vermuten, dass einige dieser Fehler mit genügend Aufwand zur Ausführung von beliebigem Code ausgenutzt werden könnten.
  • CVE-2024-10004 (CVSS 9.1): Das Öffnen eines externen Links zu einer HTTP-Website, wenn Firefox iOS zuvor geschlossen war und einen HTTPS-Tab geöffnet hatte, konnte dazu führen, dass das Vorhängeschloss-Symbol fälschlicherweise HTTPS anzeigte.

Zusammenfassung

Unser monatlicher Threat Tracking-Blog befasst sich mit den wichtigsten Cybersecurity-Trends und hochriskanten Bedrohungen. Zu den wichtigsten Erkenntnissen für Oktober 2024 gehören die verstärkten Bemühungen zur Bekämpfung von Ransomware auf internationaler Ebene und die Rolle, die ein proaktives Schwachstellenmanagement bei der Verhinderung erfolgreicher Ransomware-Angriffe spielt. Zu den weiteren Höhepunkten gehören aktiv ausgenutzte Schwachstellen von Fortinet und Palo Alto sowie Updates zu einer vom Iran unterstützten Cyberangriffskampagne, die auf öffentliche Dienste kritischer Infrastrukturunternehmen abzielt. Darüber hinaus unterstreichen die unverschlüsselte Cookie-Schwachstelle von F5 BIG-IP LTM, die zur Reconnaissance ausgenutzt wird, und vier neue Mozilla Firefox-Schwachstellen, von denen eine aktiv als Waffe eingesetzt wird, wie notwendig es ist, wachsam zu bleiben.

Greenbone erleichtert die Identifizierung und Behebung dieser und weiterer Schwachstellen und hilft Unternehmen, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber wachsenden Cyber-Bedrohungen zu verbessern. Schnelle Erkennung und rechtzeitiges Patchen sind für die Risikominimierung entscheidend.